Hitzewelle bis 40 Grad verschärft Dürre und Waldbrandgefahr
Bis Freitag sind örtlich 40 Grad vorhergesagt. Die seit Monaten anhaltende Trockenheit belastet Gewässer und erhöht die Waldbrandgefahr.
Österreich steht die nächste Hitzewelle des Jahres bevor. Am Mittwoch wurden örtlich bis zu 36 Grad erwartet, der vorläufige Höhepunkt soll am Freitag mit bis zu 40 Grad erreicht werden. Besonders im Osten kann es heiß werden, auch in Tirol werden in den kommenden Tagen hohe Temperaturen erwartet. Wann die Hitzewelle endet, ist noch offen.
Im Westen und Süden ist es bereits die dritte Hitzewelle des Jahres. Die erste begann am 24. Mai und dauerte fünf bis neun Tage. Mitte Juni folgte eine zweite, die ganz Österreich erfasste und in den Niederungen 18 bis 35 Tage anhielt.
Hitzewellen dauern heute länger und erreichen höhere Temperaturen
Nach Auswertungen der GeoSphere Austria gab es von den 1940er- bis zu den 1980er-Jahren im Durchschnitt ein bis zwei Hitzewellen pro Jahr mit ein bis acht Hitzewellentagen. In den 2010er- und 2020er-Jahren waren es zwei bis drei Wellen mit durchschnittlich fünf bis 25 Tagen. Die höchsten Temperaturen während einer Hitzewelle stiegen seit den 1980er-Jahren um etwa drei Grad. Die früheste Hitzewelle begann in der Vergleichsperiode 1961 bis 1990 am 1. Juni, für 1991 bis 2020 wurde der 29. April errechnet.
Für die gesundheitliche Belastung sind neben der Lufttemperatur auch Luftfeuchtigkeit, Wind und Strahlung maßgeblich. Diese Werte fließen in die Bewertung der gefühlten Temperatur und in Hitzewarnungen ein. GeoSphere Austria verweist zudem auf die Bedeutung sinkender globaler Treibhausgasemissionen sowie auf bereits notwendige Anpassungs- und Hitzeschutzmaßnahmen.
Die Dürre dauert seit Monaten an. Seit Dezember 2025 gab es zu wenig Niederschlag, auch die Regenmengen im Juli bremsten die Entwicklung nicht. Bis zum 27. Juli fielen österreichweit im Flächenmittel 426 Millimeter Regen, während im Klimamittel 609 Millimeter erwartet worden wären. Damit fehlten rund 30 Prozent. In den ersten sieben Monaten eines Jahres war es seit Beginn des 20. Jahrhunderts in Österreich nicht mehr so niederschlagsarm.
Häufiges Hochdruckwetter, viel Sonnenschein und lange niederschlagsfreie Phasen ließen das Feuchtedefizit der Böden weiter wachsen. Besonders hohe Verdunstungsraten wurden für die zweite Mai- und Junihälfte sowie für Ende Juli angeführt. Die Jahre 1971 und 2003 wiesen ebenfalls geringe Regenmengen auf, ihre Defizite zum Klimamittel lagen mit minus 27 beziehungsweise minus 25 Prozent aber unter jenem von 2026.
Rund 270 Waldbrände seit Jahresbeginn registriert
Seit Jahresbeginn wurden in Österreich rund 270 Waldbrände erfasst, rund 230 Hektar Waldfläche waren betroffen. Im Vorjahr waren es 196 registrierte Brände, der Durchschnitt der Jahre 1993 bis 2025 liegt bei 149 pro Jahr. Gebiete mit hoher Waldbrandgefahr liegen nach Risikokarten des Umweltministeriums im östlichen Niederösterreich, in Teilen Kärntens und in inneralpinen Trockentälern Tirols. Nach der Statistik werden 83 Prozent der Waldbrände durch menschliches Verhalten ausgelöst, natürliche Ursachen wie Blitzschläge sind deutlich seltener.
Die Trockenheit betrifft auch Flüsse und Seen. Der Pegel der Donau bei Kienstock im Bezirk Krems fiel auf 109 Zentimeter. Üblicherweise liegt er dort bei 300 Zentimetern. Viele Jungfische verenden. Wärmeres Wasser senkt den Sauerstoffgehalt, besonders kälteliebende Arten wie Bachforelle, Äsche und Saibling sind davon betroffen.
An der Donau sowie an 20 bis 30 Prozent der Messstellen kleinerer Gewässer in Niederösterreich liegen die Pegel im Bereich historischer Tiefstwerte. An fast allen großen Donauzuflüssen in Oberösterreich unterschreitet der Abfluss bereits den langjährigen Niederwasserwert. Im Innviertel ist die Mattig auf fünf Kilometern ihrer rund 40 Kilometer langen Strecke vollständig trockengefallen. Auf der Donau gibt es bereits Einschränkungen im Passagier- und Güterschiffsverkehr.
Für Donnerstag zeigte die nationale Warnkarte der GeoSphere Austria im Nordosten und Süden Österreichs die Warnstufe Orange. Für Samstag und Sonntag war fast das gesamte Bundesgebiet in dieser zweithöchsten Warnstufe ausgewiesen. Als mögliche Folgen nennt die GeoSphere unter anderem erhöhte Körpertemperatur und Puls, Schwäche, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe, Schwindel, Bewusstseinsstörungen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
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