Marinomed Biotech beantragt Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung
Marinomed Biotech hat ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Betroffen sind 87 Gläubiger mit rund 22,68 Millionen Euro Forderungen.
Über das Vermögen der Marinomed Biotech AG wurde beim Landesgericht Korneuburg ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Nach den vorliegenden Unterlagen sind 87 Gläubiger mit Gesamtforderungen von rund 22,68 Millionen Euro betroffen.
Das 2006 gegründete, börsenotierte biopharmazeutische Unternehmen hat seinen Sitz und Unternehmensstandort in Korneuburg. Es entwickelt Produkte und Technologien in den Bereichen Immunologie und Virologie, insbesondere Therapieansätze auf Basis der Marinosolv-Technologie. Zum Zeitpunkt der Antragstellung beschäftigt das Unternehmen 30 Dienstnehmer. Die Gehälter wurden laut Antrag bis einschließlich Juni 2026 bezahlt.
Ausgebliebene Zahlungen als Insolvenzursache
Die Antragstellerin führt die nunmehrige Insolvenz auf ausgebliebene wesentliche Earn-Out-Zahlungen aus dem Verkauf des Carragelose-Geschäfts zurück. Laut Insolvenzantrag wurden die Verhandlungen mit dem Vertragspartner kurzfristig abgebrochen. Dadurch flossen Mittel nicht zu, die zur Finanzierung eines bereits bestätigten Sanierungsplans vorgesehen waren. Zudem verweist das Unternehmen auf den kapitalintensiven Finanzierungsbedarf eines forschungsorientierten Biotechnologieunternehmens.
Marinomed Biotech war bereits 2024 insolvent. Das damalige Verfahren wurde nach Annahme eines Sanierungsplans mit einer Quote von 30 Prozent aufgehoben. Nach Angaben des AKV wurden damals 20 Prozent bezahlt, womit 66,67 Prozent der ursprünglichen Gläubigerforderungen getilgt wurden. Die damaligen Forderungen leben demnach mit 33,33 Prozent wieder auf.
Fortführung und Sanierungsplan angestrebt
Das Unternehmen verfügt laut AKV insbesondere über Patente, Marken und eine Betriebsliegenschaft in Korneuburg. Außerdem bestehen Forderungen aus dem Verkauf des Carragelose-Geschäfts. Deren wirtschaftliche Realisierbarkeit ist nach Angaben der Antragstellerin für den weiteren Verlauf des Verfahrens wesentlich.
Eine Unternehmensfortführung wird angestrebt. Marinomed Biotech beabsichtigt, den Gläubigern einen Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent anzubieten. Die Mittel sollen aus dem Fortbetrieb, der weiteren Kommerzialisierung bestehender Produkte, Restrukturierungsmaßnahmen sowie aus der Verwertung oder Durchsetzung bestehender Ansprüche kommen. Forderungen können über den AKV angemeldet werden.
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