400 tote Schweine im Bezirk Amstetten: Polizei ermittelt
Bild mit KI erstellt Nach dem Fund von 400 toten Schweinen in einem Mastbetrieb im Bezirk Amstetten ermittelt die Polizei. In den Unterlagen fehlen etwa 1.000 weitere Tiere.
Der Mastbetrieb im Bezirk Amstetten ist behördlich geschlossen. Gegen den Landwirt wird wegen Tierquälerei Anzeige bei der Staatsanwaltschaft St. Pölten erstattet.
Nachbarn hatten am 24. Juli wegen Verwesungsgeruchs Alarm geschlagen. Bei der anschließenden Kontrolle von Polizei und Amtstierärztin wurden 400 verendete Schweine gefunden, einige davon bereits verwest. 88 Tiere lebten noch und kamen auf umliegende Betriebe.
In Unterlagen fehlen etwa 1.000 Schweine
Die Auswertung der An- und Verkaufslisten ergab einen Fehlbestand von ungefähr 1.000 weiteren Tieren. Die Polizei prüft ihren Verbleib. Weil auf dem Hof Knochen gefunden wurden, kann Kannibalismus unter den Schweinen nicht ausgeschlossen werden.
Der Landwirt hatte den Betrieb allein geführt und dürfte mit der Tierhaltung in einem psychischen Ausnahmezustand überfordert gewesen sein. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand könnte er die Schweine seit Jahresbeginn nicht mehr gefüttert haben. Die Bezirkshauptmannschaft prüft weitere Folgen, darunter ein mögliches Tierhalteverbot.
Mehrere Stellen verlangen raschere Konsequenzen
Nach Angaben aus dem Büro von Tierschutzlandesrätin Susanne Rosenkranz (FPÖ) fanden in dem Betrieb regelmäßig Kontrollen statt. Dabei seien bis Dezember keine Beanstandungen festgestellt worden. Zudem seien österreichweit eindeutige Vorgaben sinnvoll, damit Tierhalteverbote in entsprechenden Fällen rascher und unkomplizierter möglich werden.
Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf bezeichnete den Vorfall als tragischen Einzelfall mit einem Familienschicksal. Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich betonte ihre klare Haltung für eine ordnungsgemäße Tierhaltung. Wer gegen die entsprechenden Vorschriften verstoße, müsse nach den gesetzlichen Regeln bestraft werden.
Der Verein gegen Tierfabriken verlangt, dass dem Verantwortlichen die Tierhaltung umgehend verboten wird. Für derart extreme Fälle fordert der Verein zudem eine gesetzliche Neuregelung. Dominic Hörlezeder, Tierschutzsprecher der Grünen im Landtag, spricht sich für ein funktionierendes und engmaschiges Frühwarnsystem aus, das Tiere sowie Landwirtinnen und Landwirte schützen soll.
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