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Rostige Granaten aus den Weltkriegen in einer offenen HolzkisteBild mit KI erstellt

Bis Ende Juli 2026 bearbeitete der Entminungsdienst 12.803,05 Kilogramm Kriegsmaterial. Bei der Fachstelle gingen 624 Meldungen ein.

Bis Ende Juli 2026 bearbeitete der Entminungsdienst des Bundesheeres 12.803,05 Kilogramm Kriegsmaterial aus den Weltkriegen. Die Fundstücke wurden geborgen, überprüft oder vernichtet.

Bei der Fachstelle gingen in diesem Zeitraum 624 Fund- und Wahrnehmungsmeldungen ein. Den höchsten Monatswert erreichte der Dienst im Juli mit 120 Einsätzen. In diesem Monat entschärften die Spezialisten Munitions- und Sprengstofffundstücke mit einem Gewicht von 2.973,41 Kilogramm.

Die meisten Ausrückungen entfielen auf Niederösterreich, wo der Entminungsdienst 296-mal tätig wurde. Davon fielen 61 Einsätze in den März und 57 in den Juli.

Das Bundesheer nennt Regeln für verdächtige Fundstücke

Wer einen verdächtigen Gegenstand entdeckt, soll ihn liegen lassen und weder berühren noch bewegen. Das Bundesheer empfiehlt außerdem, den Fundort zu sichern, Abstand zu halten und die Polizei über den Notruf zu verständigen. Diese zieht den Entminungsdienst für die gefahrlose Bergung und Beseitigung bei.

Historische Munition kann durch Alterungsprozesse besonders empfindlich und unberechenbar werden. Nicht jedes Fundstück ähnelt einer Granate oder Bombe. Als mögliche Hinweise gelten metallische, zylinderförmige oder kugelförmige Gegenstände ebenso wie Flügel, Zünder, Öffnungen oder ungewöhnliche Metallteile. Funde können stark verrostet, beschädigt oder teilweise im Erdreich verborgen sein.

Kriegsrelikte werden unter anderem bei Bau- und Waldarbeiten, beim Graben im Garten sowie auf Feldern entdeckt. Der Entminungsdienst ist eine Fachstelle des Bundesministeriums für Landesverteidigung. Seit dem Wechsel aus dem Innenministerium im Jahr 2013 ist das Bundesheer für auf österreichischem Staatsgebiet gefundene Relikte aus der Zeit vor 1955 zuständig und hält dafür eine durchgehende Bereitschaft aufrecht.

In den übrigen Bundesländern wurden 88 Einsätze in Oberösterreich, 77 in der Steiermark, 46 in Kärnten, 35 in Wien, 34 im Burgenland, 27 in Tirol, 14 in Salzburg und sieben in Vorarlberg verzeichnet. In Oberösterreich entfielen 21 Ausrückungen auf den Juni, in der Steiermark 21 auf den Mai und in Kärnten 18 auf den Juli.

Brand in St. Egyden am Steinfeld betrifft mehr als 100 Hektar Wald

Beim Großbrand in St. Egyden am Steinfeld wurden mehr als 100 Hektar Wald vom Feuer erfasst. Nach dem damaligen Ermittlungsstand der Polizei gilt alte phosphorhaltige Munition aus dem Zweiten Weltkrieg mit hoher Wahrscheinlichkeit als Brandursache.

An der Brandausbruchsstelle befand sich früher eine Munitionsfabrik, die gegen Kriegsende gesprengt worden sein soll. Dabei könnte phosphorhaltiges Material im Gelände verteilt worden sein und sich durch Witterungseinflüsse über Jahrzehnte zersetzt haben. Freigelegter Phosphor kann sich bei Kontakt mit Luftsauerstoff selbst entzünden.

Niederösterreich war im Zweiten Weltkrieg von militärischen Anlagen, Industrie- und Rüstungsstandorten sowie Kriegshandlungen betroffen. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner erklärte, die Menge der geborgenen Sprengmittel mache fortbestehende verborgene Gefahren sichtbar, und würdigte den Einsatz der Entschärfungs- und Entminungsspezialisten.

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