Arbeitslosenquote in Österreich steigt auf 7,2 Prozent
Bild mit KI erstellt Die Arbeitslosigkeit bei Frauen nahm um 5,8 Prozent zu, während sie bei Männern um 0,8 Prozent sank.
Ende August waren in Österreich 375.730 Menschen beim Arbeitsmarktservice als arbeitslos vorgemerkt oder in einer Schulung. Gegenüber dem Vorjahr entsprach das einem Plus von 2,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,2 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres.
Bei Frauen nahm die Arbeitslosigkeit um 5,8 Prozent zu. Bei Männern ging sie hingegen um 0,8 Prozent zurück. Petra Draxl, Vorständin des AMS, sieht einen Grund für diese Entwicklung in der schrittweisen Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters für Frauen.
Arbeitslosigkeit steigt besonders in Frauenbranchen
Im Gesundheits- und Sozialwesen erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 11,5 Prozent, im Handel um 4,8 Prozent. Schumann und Draxl verweisen zudem auf ungleich verteilte Betreuungs- und Pflegearbeit. Im Jahr 2025 arbeiteten 81 Prozent der unselbstständig beschäftigten Männer Vollzeit, bei den Frauen waren es 46 Prozent.
Das AMS soll für Frauen mindestens vier Prozentpunkte mehr Fördermittel einsetzen, als ihrem Anteil an der Arbeitslosigkeit entspricht. Vorgesehen sind vor allem Qualifizierung sowie eine stärkere Unterstützung für Frauen und neu zugewanderte Menschen beim Zugang zum Arbeitsmarkt. Für Personen über 50 Jahren stieg die Zahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer um 6,4 Prozent. Bei den unter 25-Jährigen sank sie um 0,2 Prozent.
Wirtschaftsvertreter kritisieren Bonus-Malus-System
Arbeitsministerin Korinna Schumann spricht sich für ein Bonus-Malus-System aus, das die Beschäftigung älterer Menschen verbessern soll. Wirtschaftskammer und ÖVP-Wirtschaftsbund lehnen dieses Instrument ab. AK und ÖGB begrüßen die neuen AMS-Zielvorgaben, während die Industriellenvereinigung einen stärkeren Schwerpunkt auf rasche Vermittlungen fordert.
Nach Branchen legte die Arbeitslosigkeit in der Warenherstellung und Industrie um 3,3 Prozent zu. Im Bau betrug der Anstieg 0,1 Prozent. Wien war das einzige Bundesland mit einem Rückgang von 1 Prozent. Die stärksten Zuwächse verzeichneten Niederösterreich mit 6,7 Prozent, Vorarlberg mit 5,9 Prozent, Tirol mit 5,3 Prozent und die Steiermark mit 5,1 Prozent.
Beim AMS waren Ende August knapp unter 80.000 sofort verfügbare offene Stellen gemeldet, um 1,3 Prozent weniger als ein Jahr davor. Die Zahl der sofort verfügbaren offenen Lehrstellen fiel um 15 Prozent. Der Stellenmonitor des ÖVP-Wirtschaftsbunds wies rund 170.000 Vakanzen aus. In der Euro-Zone blieb die Arbeitslosenquote im Juli bei 6,4 Prozent, Österreich lag bei 6,2 Prozent.
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