Ardo-Schließung gefährdet Gemüsebau im Marchfeld
Bild mit KI erstellt Die Landwirtschaftskammer und drei Gemüseorganisationen fordern rasch Klarheit. Rund 500 Betriebe und die heimische Tiefkühlgemüseproduktion sind betroffen.
Die angekündigte Schließung des Produktions- und Verpackungswerks von Ardo Austria Frost in Groß-Enzersdorf trifft den Gemüsebau im Marchfeld. Am Standort verarbeitet und vermarktet Ardo das von den Betrieben erzeugte Gemüse.
Rund 500 Mitgliedsbetriebe der Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse (ETG) wirtschaften überwiegend im Marchfeld. Auf rund 3.300 Hektar bauen sie Gemüse für die Verarbeitung an, darunter Grünerbsen, Gemüsesoja, Buschbohnen, Spinat, Karotten, Kohlgemüse, Speisekürbis und Kräuter. Allein 2025 lieferten sie rund 40.000 Tonnen Rohware im Wert von rund 18,5 Millionen Euro an Ardo. Zur Wertschöpfungskette gehören auch Arbeitsplätze bei der ETG sowie bei Logistik- und weiteren Dienstleistungsunternehmen.
Edamame und Kräuterproduktion wurden im Marchfeld aufgebaut
Ardo führt den Standort seit 2008. Gemeinsam mit den landwirtschaftlichen Betrieben wurden dort neue Kulturen und Produktionsverfahren entwickelt. Dazu zählt Edamame, die mittlerweile in der Region auf rund 900 Hektar wächst. Auch für Kräuter wurde eine spezialisierte Produktion aufgebaut. Gemeinsam mit heimischen Forschungs- und Kontrolleinrichtungen entwickelten die Beteiligten die Produktionsverfahren weiter.
Für Blattgemüse würde mit der Schließung die zentrale regionale Infrastruktur für die Tiefkühlverarbeitung wegfallen, die bisherige Produktion im Marchfeld stünde damit vor dem Aus. Der Anbau von Verarbeitungsgemüse erfordert spezielle Maschinen und auf die Verarbeitung abgestimmte Ernte- und Logistikprozesse. Viele Betriebe haben laut Landwirtschaftskammer im Vertrauen auf die Zusammenarbeit in ihre Ausstattung und Produktion investiert.
Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich, der Niederösterreichische Gemüsebauverband, Tiefkühlgemüse Marchfeld und die ETG fordern rasch Klarheit über die nächsten Schritte und die Perspektiven für den Standort. Sie wollen Möglichkeiten ausloten, um Verarbeitungskapazitäten, Produktion und das aufgebaute Know-how im Marchfeld zu erhalten. Nach dem Ende der Zuckerproduktion in Leopoldsdorf droht der Region damit ein weiterer bedeutender Verarbeitungsstandort für landwirtschaftliche Rohstoffe verloren zu gehen.
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