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JRC-Modell zeigt bis zu 332 Prozent Preisanstieg bei KaffeeBild mit KI erstellt

Ein JRC-Modell weist bei Kaffee bis zu 332 Prozent Preisanstieg aus. Die IGP warnt vor Folgen für Österreichs Kaffeehauskultur.

Eine Studie der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission (JRC) untersucht mögliche wirtschaftliche Folgen geplanter EU-Verschärfungen bei Rückstandshöchstgehalten für Wirkstoffe, die in der EU nicht genehmigt sind. Die IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) warnt, die Auswirkungen könnten je nach Anpassungsmöglichkeiten der Produzenten in Drittstaaten den Handel, die landwirtschaftliche Produktion vor Ort und Verbraucherpreise betreffen.

Für Zitrusfrüchte könnten die EU-Importe um bis zu 92 Prozent sinken, falls Drittländer ihre Produktion nicht anpassen. Die Verbraucherpreise würden in diesem Szenario um 85 Prozent steigen. Bei Kaffee weist das Modell einen Preisanstieg von bis zu 332 Prozent aus.

Die im August 2026 veröffentlichte JRC-Studie umfasst 18 Wirkstoffe, 235 landwirtschaftliche Produkte und 86 Exportländer. Sie vergleicht Szenarien, die sich vor allem darin unterscheiden, wie stark Produzenten außerhalb der EU ihre Verfahren anpassen können. Wenn sie nicht anpassen und betroffene Handelsströme vollständig zum Erliegen kommen, könnten die gesamten Agrarimporte der EU laut JRC um rund 41 Prozent zurückgehen.

JRC-Studie beschreibt unterschiedliche Anbaubedingungen

Der JRC-Bericht beschreibt Kaffee, Kakao, Tee, Reis, Gewürze und tropische Früchte wie Bananen, Orangen und Zitronen als Kulturen, die unter anderen Bedingungen wachsen als heimische Pflanzen. Laut Studie sind sie anderen Schaderregern ausgesetzt und benötigen andere Wirkstoffe und Pflanzenschutzlösungen. In tropischen und subtropischen Regionen herrschen demnach ganzjährig günstige Wachstumsbedingungen. Hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit begünstigen dort Insekten, Pilzkrankheiten und Unkräuter. Mehrere Vegetations- und Erntezyklen pro Jahr führen dazu, dass Schaderreger kontinuierlich geeignete Wirtspflanzen vorfinden.

Die IGP fordert eine wissenschaftsbasierte Regulierung und eine differenzierte Betrachtung sogenannter Spiegelklauseln. Nach Ansicht der Organisation bedeutet die Nicht-Genehmigung eines Wirkstoffs in der EU nicht automatisch, dass er unter den Bedingungen eines Drittstaats nicht zugelassen und verantwortungsvoll eingesetzt werden kann. Für die Beurteilung der Lebensmittelsicherheit verweist sie auf Rückstandshöchstgehalte, wissenschaftliche Risikobewertungen und Kontrollen.

IGP warnt vor Folgen für Versorgung und Wirtschaftsstandort

Die IGP kritisiert, die EU-Regulierung lasse keine Innovation in Europa zu und das Risiko erheblicher Ernteeinbußen steige seit Jahren. Viele Landwirte seien Schaderregern gegenüber machtlos und würden zusperren, wie der Grüne Bericht zeige, argumentiert die Organisation. Zugleich schwäche die EU mit solchen Maßnahmen ihre Rolle am Weltmarkt, weil andere Regionen keine teuren Produktionsumstellungen verlangten, so die IGP.

IGP-Obmann Christian Stockmar bezeichnete mögliche Folgen als „harten Schlag“ für Österreichs Kaffeehauskultur. Er warnte außerdem, mit dem Food and Feed Safety-Omnibus drohten weitere Verschärfungen und ein weiterer Rückschlag für Versorgungssicherheit und Wirtschaftsstandort.

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