Elke Hanel-Torsch übernimmt Vorsitz im Städtebund-Frauenausschuss
Bild mit KI erstellt Elli Mayr wird Stellvertreterin. Bei der Tagung in Wien standen digitale Gewalt und Lohntransparenz im Mittelpunkt.
Elke Hanel-Torsch, Wiener Frauenstadträtin, ist neue Vorsitzende des Frauenausschusses des Österreichischen Städtebundes. Stellvertreterin wird künftig Innsbrucks Vizebürgermeisterin Elli Mayr.
Hanel-Torsch bezeichnete die Übernahme als Ehre und Verpflichtung gegenüber allen Frauen in Österreich. Sie wolle die Frauen- und Gleichstellungspolitik weiterentwickeln. Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger sagte, der Ausschuss gebe Impulse für Gleichstellung, Sichtbarkeit und Teilhabe von Frauen und habe unter anderem den Equal Pension Day initiiert. Hanel-Torsch beschrieb den Ausschuss als kommunale Plattform für die Zusammenarbeit und Vernetzung von Frauen in Politik und Verwaltung.
Ausschuss setzt Schwerpunkte bei digitaler Gewalt
Bei der Tagung in Wien standen digitale Gewalt und Lohntransparenz im Mittelpunkt. Ein Workshop mit der Medienrechtsanwältin Maria Windhager befasste sich damit, wie Frauen vor digitaler Gewalt geschützt werden können und welche rechtlichen Änderungen dafür nötig sind. Der Städtebund bezeichnet digitale Gewalt als zunehmend großes Problem und spricht sich dafür aus, Schutzmechanismen gegen männliche Gewalt auch im virtuellen Raum zu schaffen. Beim Österreichischen Städtetag in Leoben verabschiedete der Städtebund im Juni 2026 eine Resolution zu digitaler Gewalt.
Österreich ist bei der Umsetzung der Lohntransparenz-Richtlinie säumig. Weninger bezeichnete sie als „Gebot der Stunde“. Nach seiner Einschätzung kann Lohntransparenz Gehaltsunterschiede sichtbar machen sowie den Gender Pay Gap und strukturelle Ungleichheiten verringern. Gerechte Bezahlung stärke laut Weninger die Unabhängigkeit von Frauen, verbessere ihre soziale Absicherung und wirke sich positiv auf ihre Pensionen aus. Sie wirke auch einer Armutsgefährdung von Frauen entgegen. Weninger sieht den öffentlichen Dienst, in dem der Gender Pay Gap deutlich geringer sei, als Vorbild. Die digitale Personalführung solle zudem die Auswertung von Löhnen und Gehältern erleichtern. Transparenz in der Verwaltung, etwa durch das Informationsfreiheitsgesetz, müsse laut Weninger auch für Löhne und Gehälter gelten.
Ausschuss würdigt Malle und erinnert an Gamsjäger
Der Ausschuss würdigte Astrid Malle aus Klagenfurt als am längsten dienende städtische Frauenbeauftragte. Sie geht Anfang 2027 in Pension und leitete das Frauenbüro der Stadt Klagenfurt über drei Jahrzehnte. Der Ausschuss gedachte auch der langjährigen St. Pöltner Stadträtin Renate Gamsjäger, die am 17. September verstorben war. Ihr wurde kürzlich das St. Pöltner Ehrenzeichen verliehen. Gamsjäger setzte sich für Gleichberechtigung sowie für die Förderung und Unterstützung von Frauen in schwierigen Lebenssituationen ein. Sie setzte die Gründung eines eigenen Frauenzentrums in St. Pölten durch, prägte es über viele Jahre und engagierte sich bis zuletzt dafür.
Lass Deine Reaktion da
Beitrag melden
Wähle einen Grund aus und beschreibe, was nicht passt oder neu dazugekommen ist.
Foto oder Video senden
Sende der Redaktion ergänzende Bilder oder ein Video zum Beitrag. Videos werden in der Redaktion geprüft und nicht automatisch veröffentlicht.



Kommentare
Die Reihenfolge berücksichtigt Likes, Dislikes, Antworten und Aktualität.
Öffne diesen Beitrag in der Nachrichten.jetzt-App und schreib Deine Meinung dazu.
Die App ist kostenlos für iPhone und Android verfügbar.
Am Laptop zeigt Dir der Button einen QR-Code für den passenden App-Store.