Frauen fühlen sich im Gesundheitssystem oft nicht ernst genommen

44 Prozent der Frauen berichten, dass Schmerzen zumindest gelegentlich nicht ernst genommen werden, gegenüber 23 Prozent der Männer.
Der Austrian Health Report 2026 vergleicht, wie Frauen und Männer das Gesundheitssystem in Österreich erleben. Die repräsentative Studie wurde vom Institut für empirische Sozialforschung IFES im Auftrag von Sandoz durchgeführt. Mit dem System sehr oder eher zufrieden waren 56 Prozent der Männer, bei den Frauen waren es 41 Prozent.
71 Prozent der Bevölkerung bewerteten ihren Gesundheitszustand als sehr gut oder gut. Ihre psychische Gesundheit stuften 26 Prozent der Frauen als sehr gut ein, bei den Männern waren es 32 Prozent. Von chronischen Erkrankungen berichteten 48 Prozent der Frauen und 45 Prozent der Männer.
Bei ärztlichen Behandlungen gaben 44 Prozent der Frauen an, dass ihre Schmerzen zumindest gelegentlich nicht ernst genommen wurden. Bei Männern berichteten 23 Prozent von ähnlichen Erfahrungen. Dass ihre Symptome als psychisch oder psychosomatisch abgetan wurden, sagten 36 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer. Überzeugt, dass Ärztinnen und Ärzte Geschlechterunterschiede in der Behandlung berücksichtigen, waren 46 Prozent der Frauen und 63 Prozent der Männer.
Frauen übernehmen häufiger Gesundheitsaufgaben in der Familie
67 Prozent der Frauen mit Partner gaben an, sich um Gesundheitsfragen wie Arzttermine und Vorsorgeuntersuchungen für sich, den Partner und andere zu kümmern. Bei Männern mit Partnerinnen waren es 44 Prozent. Ist jemand im Haushalt krank oder verletzt, übernehmen laut Bericht 58 Prozent der Frauen mit Partner die entsprechenden Aufgaben überwiegend in der Familie. Bei Männern mit Partnerinnen lag der Anteil bei 21 Prozent.
Bei körperlichen Krankheiten ist das Bewusstsein für geschlechtsspezifische Unterschiede laut Bericht bei mehr als zwei Dritteln der Bevölkerung vorhanden. Geschlechtsspezifische Symptome bei Depressionen kannten 53 Prozent der Frauen und 49 Prozent der Männer. Bei AD(H)S waren es 44 Prozent der Frauen und 28 Prozent der Männer, bei Autismus 37 Prozent der Frauen und 22 Prozent der Männer. Von den Frauen, die mindestens einmal im Monat KI nutzen, griffen 69 Prozent zumindest gelegentlich bei Gesundheitsfragen darauf zurück. Bei Männern waren es 60 Prozent.
Für 88 Prozent der Bevölkerung ist die heimische Medikamentenproduktion zentral. Als wichtige Gründe nennt der Bericht die Verringerung außereuropäischer Abhängigkeiten und die Versorgungssicherheit in Krisen. 89 Prozent sprachen sich dafür aus, dass heimische Krankenkassen in Europa produzierte Medikamente bevorzugen sollen.
Lange Wartezeiten auf Arzttermine und Operationen kritisierten 57 Prozent der Befragten. 82 Prozent waren der Meinung, dass Menschen, die es sich leisten können, schneller behandelt werden. Ebenso viele lehnten Einsparungen in der Gesundheitsversorgung ab.
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