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Kärnten plant Masterplan für Arbeit und Standort bis 2035

Bis Jänner soll ein Papier entstehen, das die Landespolitik im eigenen Zuständigkeitsbereich umsetzen will. Daraus soll Kärntens Masterplan für 2035 werden.

Landesregierung und Sozialpartner wollen bis Jänner ein Papier zu Arbeit, Fachkräften, Standort und Wohlstand ausarbeiten. Daraus soll Kärntens Masterplan für 2035 entstehen.

Die Landespolitik will die darin festgelegten Schritte im eigenen Zuständigkeitsbereich umsetzen. Über das Vorhaben informierten Landeshauptmann Daniel Fellner, sein Stellvertreter Martin Gruber, AMS-Chef Peter Wedenig, Industriellenvereinigungs-Präsident Timo Springer und Nika Bašić von der Kärntner Wirtschaftskammer bei einer Pressekonferenz im AMS Klagenfurt. Zuvor hatte wieder eine der regelmäßigen gemeinsamen Regierungssitzungen mit den Sozialpartnern stattgefunden.

Fellner will Verfahren für Investitionen beschleunigen

Fellner verwies auf Vorgaben, die Investitionen verzögerten und Kosten steigerten. Im Zuständigkeitsbereich des Landes wolle man Gesetze und Verordnungen überprüfen und umsetzen, was geändert werden könne. Land Kärnten und Land Steiermark hätten beschlossen, verstärkt als gemeinsamer Wirtschafts- und Hochschulraum aufzutreten. Fellner sagte, beide Länder wollten gemeinsam investieren und ihre Stärken sichtbarer machen. In der Forschung gehörten sie laut Fellner zu den drei führenden Regionen Europas.

Eine „Task Force Standortentwicklung“ soll Genehmigungsverfahren effizienter und schneller machen. Bei großen Investitionen sollen künftig ab einer bestimmten Investitionsgröße alle relevanten Beteiligten koordinierend an einem Tisch zusammenkommen. Fellner verwies darauf, dass dieses Vorgehen 2018 bei Infineon bereits praktiziert worden sei. Für die Koordination ist ein eigener Verfahrenskoordinator in der Landesamtsdirektion geplant. Bei kleineren Investitionen sollen zentrale Ansprechpersonen in den Bezirkshauptmannschaften Projekte begleiten und Arbeitsschritte parallel statt nacheinander erledigt werden.

Gruber setzt Fachkräfte und Infrastruktur auf die Agenda

Gruber bezeichnete Fachkräfte als entscheidend für Standort und Wettbewerb. Als bisherige Maßnahmen nannte er die Arbeitskräfteakquise und das Tourismusprojekt „get a job“. Die demografische Entwicklung verschärfe die Herausforderung, auch Künstliche Intelligenz dürfe Kärnten nicht verschlafen. Vorhandenes Arbeitskräftepotenzial solle besser genutzt werden, etwa durch den Wiedereinstieg nach Arbeitslosigkeit. Gruber brachte außerdem ein degressives Arbeitslosengeld als Modell für eine Reformdiskussion ins Spiel.

Beim Infrastrukturausbau nannte Gruber Mobilität, Dateninfrastruktur und Straßen. Diese seien wichtig, um den Standort zu stärken und qualifizierte Kräfte langfristig zu halten. Er sagte, man werde gegen ungerechtfertigte Einsprüche, die Investitionen verhinderten, weiter vorgehen und Deregulierung sowie Entbürokratisierung vorantreiben. Auf die Reform der Kärntner Landesverwaltung sollten Schritte bei Bezirkshauptmannschaften und Landesgesellschaften folgen.

Bašić betonte, Unternehmen bräuchten einfachere und schnellere Verfahren, klare Zuständigkeiten und Planungssicherheit. Für Unternehmen und junge Fachkräfte seien außerdem Mobilität, Wohnraum und Bildung wichtig. Springer sagte, die Industrie bilde 1.000 Lehrlinge pro Jahr aus. Das gemeinsame Papier solle der Politik Ideen liefern und unter anderem Fachkräfte, Bildung, Infrastruktur, Energiekosten und Entwicklungsmöglichkeiten behandeln. Wedenig nannte Demografie und den Wandel der Wirtschaft als Herausforderungen. Viele Einzelinitiativen müssten zu einer Strategie zusammengeführt werden, die auch Kärnten und die Steiermark sowie den Alpen-Adria-Raum berücksichtige. Jugendliche sollten von den Perspektiven in Kärnten überzeugt werden.

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