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Langzeitbeschäftigungslosigkeit älterer Frauen steigt um 48 Prozent

Bei Frauen zwischen 60 und 64 Jahren stieg die Langzeitbeschäftigungslosigkeit um 48 Prozent. arbeit plus fordert ein Bonus-Malus-System.

Im September nahm die Langzeitbeschäftigungslosigkeit arbeitsloser Frauen zwischen 60 und 64 Jahren um 48 Prozent beziehungsweise 1.418 Personen zu. Die Arbeitslosigkeit von Frauen dieser Altersgruppe stieg um 35,7 Prozent oder 2.236 Personen.

Insgesamt waren im September 306.624 Menschen arbeitslos, um 2,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. 104.101 arbeitslose Menschen waren langzeitbeschäftigungslos, ein Plus von 11 Prozent. Bei den über 50-Jährigen lag der Anteil bei 46,6 Prozent, bei den 60- bis 64-Jährigen bei 55,3 Prozent. In dieser Altersgruppe stieg die Langzeitbeschäftigungslosigkeit binnen eines Jahres um 23 Prozent. Die Arbeitslosigkeit von Frauen insgesamt nahm im September um 6 Prozent zu, jene der Männer ging um 0,6 Prozent zurück.

arbeit plus verlangt Anreize für die Beschäftigung Älterer

arbeit plus fordert ein Bonus-Malus-System, das die Lohnnebenkosten an die tatsächliche Beschäftigung von Menschen ab 50 und ab 60 bindet. Unternehmen, die ältere Menschen einstellen, sollen entlastet werden, während Betriebe, die sie nicht beschäftigen, dafür zahlen sollen. Drei von vier Betrieben in Österreich beschäftigen laut der Organisation niemanden über 60. Arbeitslose zwischen 60 und 64 Jahren sind im Schnitt 431 Tage beim AMS gemeldet.

Der Nationalrat beschloss am 23. September das Gesetzespaket „Arbeiten im Alter“. Es sieht als Kern einen Steuerfreibetrag für Menschen vor, die das gesetzliche Pensionsalter erreicht haben und weiterarbeiten. Für die Zeit vor der Pension sind ab 2027 bis zu 100 Millionen Euro jährlich für Beihilfen, Maßnahmen und Beschäftigungsprojekte vorgesehen. Der Arbeitsmarkt-Transformationsfonds beim Arbeitsmarktservice soll Qualifizierung und Beschäftigungsbeihilfen fördern. Dafür sind 26,7 Millionen Euro für 2028 und 54,6 Millionen Euro für 2029 vorgesehen. Die inhaltliche Ausgestaltung steht noch bevor.

Als Beispiele für Angebote nennt Geschäftsführerin Sabine Rehbichler das Bildungszentrum Salzkammergut in Ebensee, das in einer strukturschwachen Region rund 40 Prozent Vermittlung erreicht, sowie die Zusammenarbeit von Caritas, AMS und SPAR, durch die Fachkräfte für den Lebensmitteleinzelhandel entstehen. Laut arbeit plus wird die Beschäftigung älterer Menschen durch das Budgetbegleitgesetz ab 2028 teurer, während Menschen in Pension steuerlich begünstigt werden.

arbeit plus verweist auf Risiken für die Alterssicherung

Frauen erhalten laut Sozialministerium und Arbeiterkammer im Schnitt um 39,4 Prozent weniger Pension als Männer. Nach EU-SILC 2025 sind 18,7 Prozent der Frauen ab 65 armutsgefährdet. Auf dem Pensionskonto werden 1,78 Prozent der Beitragsgrundlage gutgeschrieben. Beim Arbeitslosengeld wird dafür eine Bemessungsgrundlage von 70 Prozent herangezogen, bei der Notstandshilfe eine von 64,4 Prozent. Nach mehr als einem Jahr Notstandshilfebezug sind es seit dem heurigen Budget 48,3 Prozent.

Einer Studie des WIFO im Auftrag der Arbeiterkammer zufolge gingen 72 Prozent der Frauen 2022 direkt aus einer Beschäftigung in Pension. Bei den übrigen 28 Prozent lagen davor Erwerbslücken von durchschnittlich 8,4 Jahren. Bei Männern in derselben Situation waren es 5,6 Jahre. Vorstandsvorsitzende Manuela Vollmann fordert, die vorgesehenen Angebote bereits 2027 bereitzustellen, damit sie 2028 Wirkung entfalten.

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