Niederösterreich fördert Agrar-KI-Professur mit rund 1,5 Mio. Euro

Die Professur wird an der FH Wiener Neustadt in Kooperation mit dem Francisco Josephinum in Wieselburg eingerichtet.
Bei einer Pressekonferenz am 19. Oktober in der HBLFA Francisco Josephinum in Wieselburg informierten LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf, Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig und Heinrich Prankl über neue Forschungsschwerpunkte. Prankl leitet Forschung und Innovation am Francisco Josephinum und ist Geschäftsführer von Josephinum Research. Die Konferenz „AI meets Agriculture“ brachte Forschung, Unternehmen, Verwaltung und landwirtschaftliche Praxis zusammen. Im Mittelpunkt stand, wie Künstliche Intelligenz aus der Forschung in die Betriebe und auf die Felder gelangen kann.
Niederösterreich stellt rund 1,5 Millionen Euro für die neue Stiftungsprofessur „Datenzentrierte KI in der Landwirtschaft“ bereit. Sie wird an der FH Wiener Neustadt in Kooperation mit dem Francisco Josephinum in Wieselburg eingerichtet und umfasst wissenschaftliches Personal sowie neue Lehrinhalte.
Forschung und Politik setzen auf Praxistransfer
Auf die Ausschreibung gingen 15 Bewerbungen ein. Zu den Forschungsfeldern zählen die Modellierung des Pflanzenwachstums, nachhaltiger Pflanzenschutz und Biodiversität sowie die Optimierung von Entscheidungs-Unterstützungssystemen.
Pernkopf sagte, digitale Technik müsse den Bäuerinnen und Bauern dienen und dürfe keine zusätzliche Hürde sein. Forschung und Entwicklung sollten ermöglichen, mehr zu produzieren und zugleich Betriebsmittel und Ressourcen zu schonen. Totschnig nannte Versorgungssicherheit, Klimawandel, höhere Anforderungen an die Ressourceneffizienz und den wachsenden Bedarf an Arbeitskräften als Herausforderungen für die Landwirtschaft. KI und Digitalisierung könnten Arbeitsabläufe erleichtern und helfen, Ressourcen gezielter einzusetzen. Neue Technologien sollten allen landwirtschaftlichen Betrieben offenstehen und unter realen Bedingungen erprobt werden.
Prankl sagte, Josephinum Research teste KI- und Robotiklösungen unter Praxisbedingungen und untersuche dabei unter anderem die Effizienz der Roboter. Er betonte, dass geeignete und leistbare Maschinen nötig seien, um praxistaugliche Anwendungen zu entwickeln. Franz Sümecz von der TU Wien nannte den Technologietransfer in die Anwendung eine große Herausforderung. Karl Kugler von der AI Factory Austria verwies auf geopolitische Belastungen der Lieferketten und darauf, dass Grundlagenforschung nachhaltigen Nutzen für die Landwirtschaft schaffen könne.
Digitale Anwendungen unterstützen die Arbeit auf den Höfen
Die WebApp TerraZo von Josephinum Research kann eine teilflächenspezifische Düngung unterstützen, ohne dass Landwirtinnen und Landwirte dafür zusätzliche Geräte oder Software anschaffen müssen. Kamerabasierte KI-Systeme können Kulturpflanzen und Unkräuter in Echtzeit unterscheiden und so eine gezielte Unkrautbekämpfung mit Spritzmitteln oder Lasersystemen ermöglichen.
GPS- und Satellitennavigation, automatisierte Melk- und Fütterungssysteme sowie weitere digitale Entscheidungshilfen tragen laut der Aussendung bereits dazu bei, Betriebsmittel effizienter einzusetzen, Arbeitsabläufe zu erleichtern und Zeit zu sparen. Am Nachmittag standen beim „Feld der Innovationen“ von Josephinum Research Hackroboter, autonome Drohnen und Spot-Spraying-Lösungen zur praktischen Präsentation auf dem Programm.
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