ÖBB-Aufsichtsrat billigt Erwerb des Bahnhofs Wien Mitte

ÖBB-Aufsichtsrat billigt den Rückkauf samt Shoppingcenter und Büros. Vollzug ist nach Freigabe der Wettbewerbsbehörde für Ende Dezember geplant.
Der Aufsichtsrat der ÖBB-Infrastruktur AG stimmte am 2. Oktober 2026 dem Ankauf des Komplexes Wien Mitte zu. Die Übernahme umfasst die Bahnanlagen, das Shoppingcenter und die Büroflächen.
Verkäufer ist eine Investorengruppe unter Führung von Morgan Stanley Real Estate Investing.
Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion steht noch unter den üblichen Bedingungen. Der Vollzug ist nach der fusionskontrollrechtlichen Freigabe durch die Wettbewerbsbehörde für Ende Dezember vorgesehen. Mit dem Rückkauf sollen Bahnanlagen und Immobilie nach über zwanzig Jahren wieder in einer Hand zusammengeführt werden.
ÖBB können Bahnhofsentwicklung künftig selbst steuern
Gemessen an den Fahrgästen ist Wien Mitte Österreichs viertgrößter Bahnhof. Die ÖBB bezeichnen ihn als einen der wichtigsten Verkehrsknoten des Landes. Fünf Schnellbahnlinien, der Flughafenzug CAT, zwei U-Bahn-Linien sowie Straßenbahn- und Buslinien treffen dort aufeinander. Täglich halten 575 Züge, rund 75.000 Menschen steigen ein, aus oder um.
Bahnanlagen und Gebäude sind baulich und technisch eng miteinander verbunden. Anpassungen an Zugängen, Stiegen, Belüftung oder Leitungen mussten in den vergangenen Jahren mit den Eigentümern abgestimmt werden. Künftig können die ÖBB die Entwicklung des Standorts aus einer Hand steuern, von der Wegeleitung über die technische Ausstattung bis zu den Flächen über den Gleisen. Die ÖBB verweisen darauf, dass die S-Bahn-Stammstrecke in den kommenden Jahrzehnten mehr Züge aufnehmen wird. Die Funktion des Bahnhofs soll künftig im Namen, an den Zugängen und in der Gestaltung wieder deutlicher erkennbar sein.
Für Mieterinnen und Mieter ändert sich nichts. Alle bestehenden Verträge gelten unverändert weiter.
Bahnhof Wien Mitte entwickelte sich vom Hauptzollamt zum heutigen Komplex
1848 wurde der Bahnhof als Bahnhof Hauptzollamt eröffnet, 1934 ging er in das Eigentum der Bahn über. Ab den späten 1950er-Jahren entstanden über den Gleisen zunächst ein Bürogebäude, danach eine Markthalle und ein Busbahnhof. 2005 wurde die Liegenschaft der ÖBB an die damalige Bank Austria Creditanstalt-Gruppe verkauft. Der heutige Komplex wurde von der Wien Mitte Immobilien GmbH errichtet, die je zur Hälfte BAI und der Bank Austria gehörte. Auf den Spatenstich 2007 folgte 2012 die Teileröffnung, im April 2013 ging der Standort vollständig in Betrieb. 2015 verkaufte die Bank Austria den Komplex an eine Investorengruppe.
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