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ÖVGW zeigt drei Trinkwasserprojekte für sichere Versorgung

Bis 2050 sind rund 4,3 Milliarden Euro für Österreichs Trinkwasserversorgung nötig. Die ÖVGW fordert fixe öffentliche Kofinanzierung.

Die ÖVGW stellte bei einer Pressekonferenz drei Infrastrukturprojekte vor, die nach ihrer Darstellung die Trinkwasserversorgung langfristig stärken. Bis 2050 sind für den Werterhalt und die langfristige Absicherung der österreichischen Trinkwasserversorgung Investitionen von rund 4,3 Milliarden Euro erforderlich.

Die Vereinigung nennt eine alternde Infrastruktur und die Folgen des Klimawandels als große Herausforderungen. Nach Einschätzung der ÖVGW stärken die nötigen Investitionen auch die heimische Wirtschaft und tragen zur Sicherung von Arbeitsplätzen bei.

Drei Projekte stärken die Trinkwasserversorgung

In Neusiedl am Steinfeld in Niederösterreich erweitert die Stadt Wien – Wiener Wasser den bestehenden Wasserbehälter in zwei Etappen um vier zusätzliche Wasserkammern. Dadurch steigt das Speichervolumen von derzeit rund 600 Millionen auf eine Milliarde Liter. Nach Fertigstellung wird die Anlage weltweit zu den größten geschlossenen Trinkwasserbehältern zählen. Das Projekt gehört zur Strategie „Wiener Wasser 2050“.

Die Mühlauer Quelle liefert rund 90 Prozent des Innsbrucker Trinkwassers und ist die wichtigste Trinkwasserressource der Stadt. Die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) sanierte die seit mehr als 70 Jahren bestehende Stollenanlage und erweiterte sie um einen 980 Meter langen Quellstollen. Dadurch stehen der Innsbrucker Wasserversorgung zusätzlich rund 350 Liter Wasser pro Sekunde zur Verfügung. Das Projekt stärkt die Versorgungssicherheit auch mit Blick auf Bevölkerungswachstum und Klimaveränderungen.

Die Wasserschiene Kärnten ist ein rund 100 Kilometer langes Infrastrukturprojekt mit einem Investitionsvolumen von rund 120 Millionen Euro. Sie soll die Trinkwasserversorgung im Kärntner Zentralraum stärken und einen Ausgleich zwischen Regionen mit Wasserüberschüssen und solchen mit erhöhtem Bedarf ermöglichen. Die überregionale Vernetzung soll auch bei Störungen und Notfällen zusätzliche Sicherheit schaffen. Der Baubeginn für das Kernstück ist ab 2028 geplant.

Eine ÖVGW-Studie der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) befasst sich mit dem Netzalter, dem Erneuerungsbedarf und der Wasserversorgungssicherheit im Jahr 2025. Viele österreichische Wasserversorgungsnetze sind bereits 60 bis 70 Jahre alt. Bis 2050 muss rund die Hälfte der Trinkwasserleitungen erneuert werden.

Derzeit werden jährlich rund 0,8 Prozent des Leitungsnetzes erneuert. Künftig ist eine Erneuerungsrate von 2,9 Prozent erforderlich. Das entspricht nahezu einer Vervierfachung.

ÖVGW fordert feste Finanzierung und schnellere Verfahren

Die ÖVGW fordert eine fixe jährliche Kofinanzierung durch die öffentliche Hand für die Erneuerung der Trinkwasserinfrastruktur, notwendige Investitionen und die Anpassung an den Klimawandel. Sie soll auch dazu beitragen, die Kosten für Kundinnen und Kunden zu dämpfen.

Außerdem verlangt die Vereinigung einfachere und schnellere wasserrechtliche Verfahren sowie raschere Bewilligungen für Bauprojekte. Wasserprojekte sollen als „Vorhaben im überragenden öffentlichen Interesse“ verankert werden. Das würde laut ÖVGW den Bau überregionaler Transportleitungen und neuer Brunnen erleichtern.

ÖVGW-Vizepräsident und Sprecher der Wasserversorger Mag. Nikolaus Sauer verweist auf eine Förderquote von 15 Prozent. Demnach werden für jeden in die Trinkwasserversorgung investierten Förder-Euro 6,48 Euro an Investitionen generiert.

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