Tiroler Einsatzplan ordnet Maßnahmen bei großen Waldschäden
Bild mit KI erstellt Der Plan gibt der Sicherheit Vorrang und reiht Maßnahmen danach, wie wichtig die Schutzfunktion des Waldes ist.
Das Land Tirol hat den neuen Einsatzplan Waldschäden am Mittwoch bei einem Pressetermin zur Woche des Schutzwaldes vorgestellt. Der interne Leitfaden regelt Zuständigkeiten, Abläufe und Prioritäten bei größeren Schadensereignissen wie Sturm, Schneebruch oder Borkenkäferbefall.
Schutzwälder bewahren Siedlungen, Verkehrswege und wichtige Infrastruktur vor Naturgefahren wie Lawinen, Steinschlag, Rutschungen und Muren. Von den rund 522.000 Hektar Wald in Tirol erfüllen 72 Prozent Schutzfunktionen. Damit diese Wirkung erhalten bleibt, braucht es stabile, ausreichend verjüngte Bestände und laufende Pflege.
Der Einsatzplan gibt der Sicherheit Vorrang
Nach einem Schadensereignis stehen zunächst die Sicherheit der Bevölkerung und der Einsatzkräfte im Vordergrund. Gefahren an Siedlungen und Verkehrswegen sollen beurteilt, blockierte Infrastruktur und Wildbäche gesichert und gefährdete Bereiche bei Bedarf gesperrt werden. Anschließend werden Flächen nach ihrer Schutzfunktion und weiteren Kriterien gereiht. Dabei muss Schadholz nicht überall sofort entfernt werden: Liegende Stämme und Wurzelteller können an geeigneten Stellen die Schneedecke stabilisieren. Auch das Risiko von Folgeschäden, besonders durch Borkenkäfer, fließt in die Reihung ein.
Bei der Reihung kommen zuerst Objektschutzwälder, danach Standortschutzwälder sowie Wälder mit Erholungs- und Wohlfahrtsfunktion und Wirtschaftswälder. Wo Siedlungen oder Verkehrswege gefährdet sind oder die Schutzwirkung beeinträchtigt ist, können Räumung, Wiederbewaldung oder weitere Maßnahmen erforderlich sein.
Bei belastbaren Sturmprognosen sollen sich die forstlichen Stellen frühzeitig vorbereiten. Nach einem größeren Ereignis erfassen Waldaufseher die Schäden digital und einheitlich. So entsteht innerhalb weniger Tage ein tirolweites Lagebild für die Koordination auf Gemeinde-, Bezirks- und Landesebene. Im Einsatzfall arbeitet der Landesforstdienst mit dem Tiroler Zentrum für Krisen- und Katastrophenmanagement, den Bezirkshauptmannschaften, Gemeinden, der Wildbach- und Lawinenverbauung, der Landesgeologie, den Baubezirksämtern und weiteren Partnern zusammen.
In Neustift hinterließ der Sturm vom Juli 2023 zahlreiche Windwurfflächen. Die Aufarbeitung und anschließende Wiederbewaldung sind komplex und dauern mehrere Jahre. Waldaufseher und Bezirksforstinspektionen beraten die Betroffenen vor Ort und unterstützen sie bei der Abwicklung.
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