Ungarns früherer Notenbankchef Matolcsy muss einen Monat in Haft
Bild mit KI erstellt Ein Budapester Gericht hat über den ehemaligen Chef der Ungarischen Nationalbank, György Matolcsy, eine Untersuchungshaft von einem Monat verhängt. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig.
Der frühere ungarische Notenbankchef György Matolcsy bleibt vorerst hinter Gittern. Ein Ermittlungsrichter des Budaer Zentralen Bezirksgerichts in Budapest hat am Freitag eine Untersuchungshaft von einem Monat verhängt. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Gericht sieht Flucht- und Verdunkelungsgefahr
Beantragt hatte die Haft die Staatsanwaltschaft am Donnerstag, entschieden wurde in einer nicht öffentlichen Sitzung. Laut einer Gerichtssprecherin stützte sich der Richter auf alle drei gesetzlichen Haftgründe: Er befürchtet, dass sich die Beschuldigten absetzen oder verstecken, dass sie Beweise beeinflussen und dass sie weitere Taten begehen könnten. Am begründeten Tatverdacht hatte das Gericht nach Angaben der Sprecherin keine Zweifel.
Als Begründung verwies das Gericht unter anderem darauf, dass die Verdächtigen erst in dieser Woche offiziell beschuldigt worden seien und die Ermittlungen voraussichtlich ausgeweitet würden. Zudem könnte es Vermögen im Ausland geben, das die Behörden bisher nicht kennen. Mildere Mittel wie eine Überwachung hielt der Richter derzeit für nicht ausreichend.
Drei Verdächtige legen Rechtsmittel ein
Neben Matolcsy betrifft die Entscheidung zwei weitere Verdächtige. Alle drei haben dagegen Berufung eingelegt. Matolcsy hat nach Angaben der Sprecherin keine Verantwortung für die ihm vorgeworfenen Taten übernommen. Für zwei Beteiligte, die sich im Ausland aufhalten, hat die Staatsanwaltschaft einen europäischen und einen internationalen Haftbefehl beantragt. Darüber ist noch nicht entschieden.
Verdacht auf Wirtschaftsbetrug
Festgenommen wurde der ehemalige Präsident der Ungarischen Nationalbank (MNB) bereits am Mittwochmorgen. Danach brachten ihn die Ermittler zur Zentralen Ermittlungs-Oberstaatsanwaltschaft. Sein Anwalt Pál Bátki erklärte damals, seinem Mandanten werde Wirtschaftsbetrug mit erheblichem Vermögensnachteil sowie die Verwendung einer gefälschten Privaturkunde vorgeworfen.
Nach Darstellung des Verteidigers erhielt er am Donnerstag rund 6.000 Seiten Ermittlungsakten, deren Durchsicht länger dauern werde. Der Verdacht betreffe nicht den Verlust von mehreren hundert Milliarden Forint bei der Stiftung Pallas Athéné Domus Meriti, betonte Bátki.
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