Mehr Nachrichten.jetzt bei Google sehen
Wien Energie gewährt 30 Prozent Rabatt auf den Fernwärme-ArbeitspreisBild mit KI erstellt

Die neuen Teilbeträge kommen mit der Jahresabrechnung, die ab Mitte Oktober versendet wird. Bei einer Musterwohnung steigen die Gesamtkosten um sechs Prozent.

Wien Energie gewährt auch in der Heizperiode 2026/2027 einen Rabatt von 30 Prozent auf den Arbeitspreis der Fernwärme. Dafür nimmt das Unternehmen rund 70 Millionen Euro in die Hand. Der Österreichische Gaspreisindex stieg bis August 2026 gegenüber dem Vorjahr um rund 40 Prozent. Die Wiener Fernwärme wird noch zu gut der Hälfte mit Gas betrieben.

Für eine durchschnittliche Musterwohnung mit 73 Quadratmetern Wohnfläche und einem Verbrauch von 6.000 Kilowattstunden bedeutet das gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung der Gesamtkosten um sechs Prozent beziehungsweise durchschnittlich rund 4,60 Euro pro Monat. Die tatsächlichen Kosten hängen vom individuellen Verbrauch und den Teilbeträgen ab.

Wien Energie stellt auf zehn monatliche Teilbeträge um

Kundinnen und Kunden zahlen künftig zehn gleiche monatliche Teilbeträge pro Abrechnungsperiode statt bisher sechs zweimonatliche Teilbeträge. Die Umstellung erfolgt automatisch. Wien Energie hat die Kundinnen und Kunden darüber schriftlich informiert.

Die neuen Vorschreibungen kommen mit der Jahresabrechnung für die vergangene Heizperiode. Die Jahresabrechnungen werden ab Mitte Oktober versendet.

Von 2022 bis 2026 summieren sich die Entlastungspakete von Wien Energie auf mehr als 770 Millionen Euro. Das Unternehmen hat 22 Millionen Euro in Form von Energiegutscheinen an Sozialeinrichtungen ausgegeben. Davon stehen für die nächsten Jahre noch zehn Millionen Euro zur Verfügung. Zu den beteiligten Organisationen zählen unter anderem Caritas, Rotes Kreuz, Volkshilfe, Wiener Hilfswerk und Licht ins Dunkel. Sie geben die Gutscheine an ihre Klientinnen und Klienten weiter, damit diese offene Rechnungen und laufende Kosten begleichen können.

Wien Energie baut erneuerbare Wärme aus

Das Fernwärmesystem wird in Wien seit den 1960er-Jahren ausgebaut und versorgt inzwischen mehr als 480.000 Wohnungen mit Heizung und Warmwasser. Ein Teil der Wärme stammt aus der Müllverbrennung. Wien Energie nutzt für erneuerbare Wärme unter anderem Abwärme, Großwärmepumpen und Biomasse. Etwa die Hälfte der Fernwärme kommt bisher aus gasbetriebenen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, die Strom und Wärme erzeugen.

Bis 2040 soll der Anteil der Fernwärme am gesamten Wärmebedarf von gut 40 auf 56 Prozent steigen. Wien Energie errichtet gemeinsam mit der OMV derzeit die erste Tiefengeothermie-Anlage in der Seestadt Aspern. Ab 2029 soll sie 25.000 durchschnittliche Haushalte mit erneuerbarer Wärme aus der Region versorgen. Bis 2040 wollen die beiden Unternehmen bis zu sieben solcher Anlagen umsetzen, die umgerechnet 200.000 Wiener Haushalte versorgen können.

Die neue Großwärmepumpe bei der Spittelau versorgt 16.000 Haushalte und ist die drittgrößte im Portfolio von Wien Energie. Eine Großwärmepumpe beim Kraftwerk Simmering deckt seit 2019 den Bedarf von 25.000 Haushalten, jene bei der Kläranlage ebswien beliefert 56.000 Haushalte. Zusammen können die drei Anlagen Wärme für den Bedarf von rund 100.000 durchschnittlichen Wiener Haushalten erzeugen.

Wien Energie investiert in den kommenden Jahren etwa eine Milliarde Euro in den Ausbau und die Dekarbonisierung der Fernwärme. Zusätzlich investiert das Unternehmen 1,7 Milliarden Euro in Sonnen-, Wind- und Wasserkraft. Wien Energie zufolge soll der Ausbau erneuerbarer Energie die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten und den Einfluss internationaler Preisschwankungen verringern. Das Unternehmen bezeichnet den Kostenanstieg um sechs Prozent in Wien angesichts höherer Energie-Großhandelspreise als branchenüblich und verweist auf eine ähnliche Entwicklung in Oberösterreich. Laut Wien Energie zählt der Preisbescheid in Wien seit Jahren zu den günstigsten Fernwärme-Tarifen in Österreich. Im Vergleich der Gesamtkosten sei er zudem günstiger als eine gasbeheizte Wohnung, wenn Brennstoffkosten, Thermenwartung und Betriebskosten berücksichtigt werden.

Lass Deine Reaktion da

Kommentare

Die Reihenfolge berücksichtigt Likes, Dislikes, Antworten und Aktualität.

In der App mitdiskutieren

Öffne diesen Beitrag in der Nachrichten.jetzt-App und schreib Deine Meinung dazu.

Die App ist kostenlos für iPhone und Android verfügbar.

Beitrag in der App öffnen

Am Laptop zeigt Dir der Button einen QR-Code für den passenden App-Store.