Wolfgang Streicher erhält Tiroler Landespreis für Wissenschaft 2026

Streichers Forschung zu energieeffizientem Bauen wird ausgezeichnet. Der Förderpreis geht auf seinen Vorschlag an Simon Beck.
Universitätsprofessor Wolfgang Streicher, Leiter des Instituts für Konstruktion und Materialwissenschaften an der Universität Innsbruck, erhielt im Landhaus den Tiroler Landespreis für Wissenschaft 2026.
Die Auszeichnung würdigt seine Forschung zu energieeffizientem Bauen, erneuerbarer Energieversorgung und fossilfreien Energieszenarien. Streicher entwickelt Ansätze für energieschonende Baumaßnahmen, die zur Reduktion des Klimawandels beitragen sollen. Abseits der Universität vernetzt er Wohnbauträger, Behörden und Unternehmen.
Streicher forscht seit 1996 an energieeffizientem Bauen
Der gebürtige Grazer forscht seit 1996 zu Energieeffizienz, Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik sowie erneuerbarer Energie für Gebäude. Nach seiner anfänglichen Tätigkeit an der Technischen Universität Graz wechselte er 2009 an die Universität Innsbruck. Gemeinsam mit Wolfgang Feist gründete Streicher dort den Arbeitsbereich „Energieeffizientes Bauen“, den er heute leitet.
Zu seinen Arbeiten zählen Studien zur Energieautarkie Österreichs, Energieszenarien für Innsbruck und Tirol sowie die energieeffiziente Sanierung von Wohnbauten und Schulgebäuden. Das Energie-Zielszenario im Auftrag der Tiroler Landesregierung ist ein Beispiel für seine Szenarienarbeit.
Im EU-Projekt „Sinfonia“ wurden gemeinsam mit Tiroler Wohnbauträgern rund 66.000 Quadratmeter sozialer Wohnbau und drei Schulgebäude aus den 1950er- bis 1970er-Jahren hochwertig saniert. Danach wurde ihr Energieverbrauch untersucht. Im FFG-Projekt „Enerspired Cities“ legte Streicher unter anderem den Grundstein für eine Energieraumplanung und die Harmonisierung von Datenbanken der Stadt Innsbruck und des Landes Tirol.
Derzeit arbeitet Streicher im Projekt „INNERGY“ mit Tiroler Betrieben daran, bestehende und neue Fernwärmenetze detailliert zu simulieren und effizienter zu gestalten. Erkenntnisse aus seiner Forschung und Lehre vermittelt er auch bei Vorträgen für Schulen und Unternehmen. Von 2020 bis 2023 war er Vizerektor für Infrastruktur an der Universität Innsbruck.
Der Förderpreis des Landes Tirol für Wissenschaft geht auf Streichers Vorschlag an Simon Beck. Er forscht als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Innsbruck im Arbeitsbereich „Energieeffizientes Bauen“ zu Raumlufttechnik und Luftqualitätsmessungen. Wissenschaftslandesrätin Cornelia Hagele begründete die Vergabe mit dem Anliegen des Landes, neben etablierten Forschenden auch den wissenschaftlichen Nachwuchs zu unterstützen. Der Landespreis ist mit insgesamt 14.000 Euro dotiert und wird seit 1984 jährlich auf Vorschlag einer Fachjury von der Tiroler Landesregierung für wissenschaftliche Leistungen vergeben.
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