ÖFB und Ministerien bauen Sicherheitsarbeit im Fußball aus

Eine Vereinbarung von Innenministerium, Sportministerium, ÖFB und Bundesliga sieht mehr Austausch und zusätzliche Maßnahmen gegen Risikofans vor.
Am 6. November 2026 unterzeichneten Innenminister Gerhard Karner, Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt, ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll und Bundesliga-Vorstandsvorsitzender Christian Ebenbauer eine strategische Kooperationsvereinbarung. Sie soll die Zusammenarbeit des Innenministeriums beziehungsweise der Polizei mit den Sicherheitsbeauftragten von ÖFB und Bundesliga vertiefen.
Ziel ist, Fußball auch künftig für alle Menschen zu einem sicheren Erlebnis zu machen.
Vereinbarung erweitert Austausch und Kontrollen
Ein regelmäßiger institutionalisierter Austausch soll ÖFB, Bundesliga, Vereine und Polizei verbinden. Geplant ist auch ein erweiterter Informationsaustausch zu Risikofans, damit Stadionverbote schneller verhängt werden können.
Behördliche Meldeauflagen sollen verstärkt werden, um negativ auffallende Fans vom Stadionbesuch abzuhalten. Außerdem ist eine Evaluierung personalisierter Tickets vorgesehen. Dazu läuft derzeit ein Testbetrieb beim SK Rapid Wien. Die Überwachung und Kontrolle illegaler Pyrotechnik soll verstärkt werden. Zur Vereinbarung gehören auch gemeinsame Lagebilder, ein einheitliches Vorgehen, die Zusammenarbeit mit Ordnerdiensten und der Ausbau von Präventivmaßnahmen.
ÖFB und Bundesliga nennen weitere Schwerpunkte
Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt bezeichnete Dialog, Deeskalation und Durchsetzung als Leitgedanken der Vereinbarung. Konflikte sollten möglichst früh entschärft werden, sagte sie, bei überschrittenen Grenzen müsse man aber konsequent handeln. Die Vereinbarung passe auch in die Strategie des Sportministeriums für einen Safe Sport für alle. Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit Franz Ruf betonte die gemeinsame Verantwortung im Vorgehen gegen Gewalt und das konsequente Durchgreifen gegenüber gewaltbereiten Gruppierungen und Risikofans.
ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll verwies auf die Zusammenarbeit mit dem Innenministerium in Task Forces bei internationalen Endrunden, die der ÖFB mit Blick auf die EURO 2028 fortsetzen möchte. Der ÖFB will sich außerdem mit gerichtlichen Stadionverboten, einheitlichen Qualitätsstandards und der Ausbildung von Ordnerdiensten befassen. Für Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter sowie andere Offizielle wünscht sich der Verband einen besonderen gesetzlichen Schutzstatus. Pröll verwies dabei auf zunehmende verbale und körperliche Angriffe im Amateurfußball.
Bundesliga-Vorstandsvorsitzender Christian Ebenbauer bezeichnete den sicheren Stadionbesuch als Normalfall. Dafür brauche es das Zusammenspiel von Exekutive, ÖFB, Bundesliga und Klubs sowie Prävention, klare Abläufe und regelmäßigen Austausch. Mit einem gemeinsamen Lagebild und einem Ampelsystem wolle die Bundesliga Probleme früh erkennen und sichtbar machen, wie viele Spiele friedlich und sicher stattfinden.
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