Unwetter in Tirol: Muren, Überflutungen und Bergrettungseinsatz
Bild mit KI erstellt Die Bergrettung brachte im Floitengrund 20 bis 30 Wanderer sicher über einen Bach. Unwetter verursachten Muren und Überflutungen in Tirol.
Starkregen, Sturm und örtlicher Hagel haben am Donnerstagabend in Tirol zahlreiche Einsätze ausgelöst. Im Zillertal verzeichnete die Polizei zwischen 17.50 und 18.45 Uhr drei Muren in Tux und Brandberg.
Bei der Waldhütte in Tux bedeckte eine kleinere Mure die Gemeindestraße. Die Fahrbahn war bald wieder frei, eine längere Sperre blieb aus. Personen wurden nicht verletzt, Sachschäden entstanden dort nicht.
Mure blockierte die Schlegeisstraße
An der Marchklamm lagerten sich Geröll und Erdreich auf rund 20 Metern Breite und etwa fünf Metern Höhe auf der Schlegeisstraße ab. Ein Pkw-Lenker erreichte das Tal nicht mehr auf diesem Weg, ging zur Staumauer und fuhr von dort mit einem Linienbus weiter. Die vollständige Räumung der Straße war für Freitag vorgesehen.
Nahe Zillergrund 60 in Brandberg wurde die Straße in Richtung Häusling durch eine weitere Mure vorübergehend unpassierbar. Die Feuerwehr Brandberg arbeitete in der Nacht an der Räumung und brachte eine zunächst eingeschlossene Person in Sicherheit. Das Schadensausmaß sollte nach Abschluss der Arbeiten erhoben werden. Wegen des anhaltenden Starkregens wurde ein geplanter Kontrollflug des Polizeihubschraubers abgebrochen.
Bergrettung brachte Wanderer über einen Bach
Gegen 13 Uhr wurde die Bergrettung Ginzling in den Floitengrund gerufen. Zwischen 20 und 30 Wanderer konnten den Berliner Höhenweg nicht fortsetzen, weil eine Brücke zwischen Berliner Hütte und Greizer Hütte vermutlich in der Nacht von den Wassermassen weggerissen worden war. Fünf Mitglieder der Bergrettung führten die Gruppe über einen Umweg und eine Notbrücke über den Bach. Niemand wurde verletzt, die Wanderer setzten ihre Tour fort. Hüttenwirte beider Hütten sowie die Verantwortlichen der ARGE Höhenwege wurden verständigt.
Auch im Ortsteil Gundhabing bei Kitzbühel trat ein Bach über die Ufer. Die Bundesstraße zwischen Gundhabing und dem Lagerhaus stand unter Wasser, ebenso zahlreiche Wohnhäuser sowie Gewerbe- und Industriebetriebe. Einsatzkräfte reinigten eine Unterführung von Schlamm und Wasser. Die Radwege nach Reith und Aurach wurden gesperrt.
Bei zwölf Einsatzstellen arbeiteten die Feuerwehr Kitzbühel und die Feuerwehr Reith bei Kitzbühel mit Tauchpumpen und Wassersaugern. Unterstützung kam außerdem vom Stadtbauhof, den Stadtwerken Kitzbühel, der Straßenmeisterei, der Kläranlage, der Firma Mauracher mit Baggern und der Gemeindeeinsatzleitung.
In Innsbruck rückte die Feuerwehr wegen überfluteter Keller in der Innenstadt, in Reichenau und im Olympischen Dorf aus. Auch in Wattens, Fritzens und Kolsass standen Keller unter Wasser. Binnen einer Stunde fielen in Kitzbühel fast 30 Millimeter Regen, in Innsbruck wurden mehr als 28 Millimeter gemessen.
GeoSphere Austria hatte am Donnerstagvormittag für das Tiroler Unterland und Gebiete östlich von Innsbruck ab Mittag bis in die Abendstunden eine orange Unwetterwarnung ausgegeben.
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