NÖ-Landtag debattiert über mögliche Schließungen von elf Notarztstützpunkten

Die VP verteidigte den Gesundheitsplan 2040+, während die SP Ersatz vor strukturellen Änderungen und eine durchgehende Versorgung verlangte.
Der niederösterreichische Landtag trat am 24. September 2026 um 13 Uhr unter dem Vorsitz von Präsident Karl Wilfing zusammen. In einer Aktuellen Stunde ging es um die Rettungsversorgung und den Gesundheitsplan 2040+.
Bei der Wahl zum Bundesrat folgte Katja Seitner auf Margit Göll. Klubobmann Kurt Hackl (VP) wurde zum Ersatzmitglied gewählt.
SP fordert Ersatz vor strukturellen Änderungen
SP-Abgeordneter Rainer Spenger fragte nach der Verantwortung für den möglichen Wegfall von elf Notarztstützpunkten. Er bezweifelte, dass die im Gesundheitsplan vorgesehenen Maßnahmen diesen Wegfall ausreichend ersetzen könnten. Die SP verlangte, zuerst Ersatz zu schaffen, eine durchgehende Versorgung zu garantieren und strukturelle Änderungen erst am Ende umzusetzen. SP-Abgeordneter René Pfister sagte, die Finanzierungsfrage sei im Ausschuss unbeantwortet geblieben, und forderte eine sachliche Debatte.
VP-Klubobmann Hackl sagte, bestehende Strukturen sollten erst ersetzt werden, wenn neue umgesetzt seien. NEOS-Abgeordnete Edith Kollermann unterstützte den Gesundheitsplan. Entscheidend sei, ob Menschen rasch Hilfe erhielten, nicht die Zahl der eingezeichneten Notarztstützpunkte. Nicht jede bestehende Struktur könne dauerhaft erhalten bleiben.
FP-Abgeordneter Richard Punz sagte, Maßnahmen wie Telemedizin, First Responder und zusätzlich ausgebildete Rettungskräfte sollten die bestehende Struktur ergänzen. Das Rote Kreuz habe erklärt, die geplanten Strukturänderungen seien umsetzbar. Höher qualifizierte Notfallsanitäter könnten den Einsatz von Notärzten ohne Qualitätsverlust für Patienten ausgleichen. Wo ein Notarzt gebraucht werde, bleibe er Teil der Rettungskette.
Grünen-Klubobfrau Helga Krismer-Huber empfahl klärende Gespräche mit der Bevölkerung. Sie könne nachvollziehen, dass Menschen sich den Wegfall eines Notarztstützpunkts nur schwer vorstellen könnten. VP-Abgeordneter Matthias Zauner sagte, die Rettungsorganisationen trieben seit 2021 die Aufschulung von Rettungssanitätern zu Notfallsanitätern mit höchster Kompetenz voran. Zugleich werde das Netz durch den Ausbau der Standorte dichter geknüpft.
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