Hotelstars Union fordert Abgleich der Sterne auf Booking.com
Bild mit KI erstellt Die EU-Kommission prüft Booking.com wegen Risiken bei Inseraten und Phishing. Die Hotelstars Union fordert den Abgleich mit offiziellen Sterndaten.
Gegen Booking.com läuft seit Mittwoch, 21. Oktober, ein förmliches Verfahren der Europäischen Kommission nach dem Digital Services Act. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Buchungsplattform die Gefahren durch Phishing sowie durch betrügerische und nicht rechtskonforme Inserate ausreichend bewertet und gemindert hat.
Begrüßt wird der Schritt vom Fachverband Hotellerie der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und von der Hotelstars Union (HSU). Für Georg Imlauer, Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der WKÖ, sind offizielle Sterne eine Orientierungshilfe für Gäste. Würden sie mit den Angaben auf der Plattform verglichen, ließe sich laut Imlauer nicht nur die angegebene Kategorie, sondern auch die Existenz eines Hotels prüfen. Betrug würde dadurch schwieriger.
HSU fordert Abgleich offizieller Sterne
Andere Anbieter tun das laut WKÖ bereits: Bei Tripadvisor werden die offiziellen Sterndaten der HSU seit Juni 2022 jeden Tag abgeglichen, in den HSU-Mitgliedsländern erscheinen dort nur geprüfte Sterne. Expedia führt die HSU in diesen Ländern als Quelle seiner Sternebewertungen an.
Booking.com stellt die Sterne nach Darstellung der WKÖ gut sichtbar neben die Hotelnamen und setzt sie beim Suchen und Filtern ein. Grundlage seien aber unbestätigte Angaben der Unterkunftsanbieter. Die WKÖ beruft sich dabei auf Artikel 6 Absatz 3 des Digital Services Act. Demnach haftet ein Marktplatz nach Verbraucherrecht selbst, wenn er Informationen so präsentiert, dass Dritte sie ihm zurechnen.
In den Niederlanden hat die Reclame Code Commissie die Sterneangaben auf Booking.com laut WKÖ schon im November 2025 als irreführend bewertet, eine Berufungsinstanz bestätigte das im April 2026. Ebenfalls im April forderte die HSU die Plattform erneut auf, zusammenzuarbeiten. Booking.com will sich laut WKÖ aber weiterhin nicht an die offiziellen Klassifizierungsdaten anbinden lassen.
Nach Ansicht von HSU-Präsident Markus Luthe braucht Booking.com keine neue Technologie, um Gäste vor gefälschten Hotelangeboten zu schützen. Von der Europäischen Kommission verlangt die HSU, den Abgleich der Sterne mit offiziellen Klassifizierungsdaten als mögliche Abhilfemaßnahme oder Verpflichtungszusage vorzusehen. Für alle Mitgliedsländer bietet sie Booking.com an, ihre Datenbank kostenlos anzubinden.
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