Klimafolgen kosten Österreich im Schnitt 3,7 Milliarden Euro pro Jahr
Bild mit KI erstellt Hitze, Hochwasser und Stürme verursachen in Österreich laut der Studie COIN 2.0 jährlich Milliardenschäden. Besonders teuer waren 2021, 2023 und 2024.
Hitze, Hochwasser, Stürme und Dürre hinterlassen in Österreich jedes Jahr Milliardenbeträge an Schäden. Laut der Studie COIN 2.0 lag die Rechnung von 2017 bis 2024 im Mittel bei 3,7 Milliarden Euro jährlich. Der Klima- und Energiefonds nennt für die jährlichen Kosten eine Spanne von 1,9 bis 6,1 Milliarden Euro.
Rund 1 Milliarde Euro davon entfällt pro Jahr auf Schäden an Vermögen und auf Ernteeinbußen. Den größeren Teil machen Verluste durch Todesfälle aus, etwa durch Übersterblichkeit bei Hitze. Erfasst wurden zudem Schäden an Gebäuden und Infrastruktur, an Schutzbauten der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie in der Land- und Forstwirtschaft. Als Ursachen zählen neben Hitze auch Hochwasser, Massenbewegungen, Gewitter und Sturm.
Schwere Jahre häufen sich
Laut der Auswertung sind die Schäden seit der ersten COIN-Studie aus 2015 gestiegen. Als besonders teuer stechen 2021, 2023 und 2024 hervor, obwohl in der Zwischenzeit viele Anpassungsmaßnahmen umgesetzt wurden. Den Dürresommer 2026 werten die Fachleute deshalb nicht als Ausnahme, sondern als Fortsetzung dieser Entwicklung. Der Anstieg ist sowohl in den Daten der Studie als auch in jenen des Rückversicherers MunichRe statistisch signifikant.
Die tatsächliche Belastung dürfte höher liegen. Nicht eingerechnet sind schleichende klimatische Veränderungen, Verluste bei Ökosystemdienstleistungen und wirtschaftliche Folgeeffekte. Dazu gehören etwa fehlender Schnee im Wintertourismus oder Arbeitskräfte, die bei großer Hitze weniger leisten können.
Wer hinter der Studie steht
Geleitet wird COIN 2.0 von der Universität Graz. Mehr als 50 Fachleute aus 12 Forschungseinrichtungen arbeiten mit. Die Zahlen zu den bisherigen Schäden hat das Umweltbundesamt gemeinsam mit dem Wegener Center der Universität Graz und dem Wirtschaftsforschungsinstitut ausgewertet. Beauftragt haben die Studie der Klima- und Energiefonds, die Arbeiterkammer Wien und das Sozialministerium.
Im zweiten Studienjahr wollen die Forschenden abschätzen, welche Kosten bis 2050 und 2080 drohen. Außerdem soll geklärt werden, wie viel Anpassung bringt, wo ihre Grenzen liegen und welche Gruppen sowie welche Teile des Arbeitsmarkts besonders belastet sind.
Die Autorinnen und Autoren sehen bei den Schadensdaten weiterhin große Lücken. Sie empfehlen eine einheitliche, zentrale und rasch verfügbare Erfassung, um Klimawandelanpassung und Katastrophenvorsorge gezielter planen zu können. Ein Großteil der Daten ist schon jetzt über die nationale Schadensdatenbank CESARE öffentlich abrufbar.
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