Mehr Nachrichten.jetzt bei Google sehen
ÖAMTC erklärt, wann Anhalten den Vorrang kostetBild mit KI erstellt

Ein Halt kann für Vorrangberechtigte bereits als Verzicht gelten. Der ÖAMTC rät, Signale eindeutig zu setzen und den eigenen Vorrang zügig zu nutzen.

Der ÖAMTC rät, auf den eigenen Vorrang nur ausnahmsweise zu verzichten. Martin Hoffer, Leiter der ÖAMTC-Rechtsdienste, empfiehlt, einen klaren Vorrang zügig in Anspruch zu nehmen. Sonst könne es zu strittigen Verkehrssituationen kommen. Ein gut gemeinter Verzicht kann laut ÖAMTC Missverständnisse und gefährliche Situationen auslösen.

Fahrzeuglenker:innen dürfen grundsätzlich auf ihren Vorrang verzichten. Für Wartepflichtige muss das aber klar erkennbar sein. Nach der Rechtsprechung braucht es ein ausdrückliches und unmissverständliches Signal, erklärt der ÖAMTC. Wer sich einer Kreuzung nähert und geradeaus fahren will, kann einem entgegenkommenden Linksabbieger etwa mit der Lichthupe signalisieren, dass er einbiegen darf. Danach muss sich die vorrangberechtigte Person vergewissern, dass das Signal richtig verstanden wurde.

Ein Halt kann automatisch als Vorrangverzicht gelten

Bringt eine vorrangberechtigte Person ihr Fahrzeug zum Stillstand, gilt das laut Gesetz bereits als automatischer Vorrangverzicht und damit als Vorrangverlust. Eine zusätzliche ausdrückliche Erklärung ist dann nicht nötig. Das gilt auch, wenn ein gesetzliches Gebot zum Anhalten führt. Wer etwa vor einem Schutzweg stehen bleibt, damit eine Fußgängerin oder ein Fußgänger queren kann, verliert dadurch den Vorrang.

Für Schienenfahrzeuge gilt eine Ausnahme: Hält ein Zug in einer Haltestelle, zählt das nicht als Vorrangverzicht. Außerhalb einer Haltestelle kann ein Halt hingegen als Verzicht auf den Vorrang verstanden werden.

Ein Vorrangverzicht kann auch unfreiwillig entstehen. Missachtet eine wartepflichtige Person das Verkehrszeichen „Vorrang geben“ und lässt sich eine Kollision nur durch starkes Bremsen bis zum Stillstand verhindern, kann das laut ÖAMTC auch Folgen gegenüber anderen Wartepflichtigen haben. Hoffer zufolge wird die eigentlich vorrangberechtigte Person dadurch gewissermaßen zum Verzicht gegenüber allen anderen gezwungen.

Werden Signale nicht sofort verstanden, können beide Fahrzeuge mehrere Sekunden stehen bleiben und dann gleichzeitig losfahren. Der ÖAMTC rät, solche unklaren Situationen zu vermeiden und mit dem Vorrangverzicht sparsam umzugehen.

Lass Deine Reaktion da

Kommentare

Die Reihenfolge berücksichtigt Likes, Dislikes, Antworten und Aktualität.

In der App mitdiskutieren

Öffne diesen Beitrag in der Nachrichten.jetzt-App und schreib Deine Meinung dazu.

Die App ist kostenlos für iPhone und Android verfügbar.

Beitrag in der App öffnen

Am Laptop zeigt Dir der Button einen QR-Code für den passenden App-Store.