Polizei schult mehr als 200 Bedienstete mit DERLA
Bild mit KI erstellt Mehr als 200 Bedienstete nahmen an den Schulungen teil. Ihr Wissen soll in Organisationseinheiten und Bildungszentren weitergegeben werden.
Das Bundesministerium für Inneres (BMI) hat die Digitale Erinnerungslandschaft Österreich (DERLA) in die Aus- und Fortbildung der Sicherheitsakademie aufgenommen. Die Plattform macht Erinnerungen an die NS-Zeit und die Schicksale ihrer Opfer digital sichtbar und hält Informationen über Orte und Zeichen mit Bezug zur NS-Zeit regional zugänglich.
Die Einführung von DERLA im BMI geht auf Empfehlungen der Expertinnen- und Expertenkommission zur Aufarbeitung der Peršmanhof-Amtshandlung im Sommer 2025 zurück. Anfang 2026 wurde die schrittweise Einführung beschlossen, um die Sensibilisierung im Polizeidienst zu stärken. Die Sicherheitsakademie setzte sie über ihr Zentrum für Fortbildung in Kooperation mit der Bundespolizeidirektion – Abteilung 2 und in enger Zusammenarbeit mit der Universität Graz und ERINNERN:AT um.
Am 17. und 24. September 2026 fanden zwei Schulungen unter der fachlichen Anleitung von Gerald Lamprecht statt, dem Leiter des Centrums für Jüdische Studien an der Universität Graz. Mehr als 200 Bedienstete der Zentralstelle des BMI und der Landespolizeidirektionen lernten die Funktionen der Webanwendung und ihre möglichen Einsatzbereiche in der Polizeiarbeit kennen.
Die Teilnehmenden sollen ihr Wissen in ihre Organisationseinheiten und Bildungszentren weitertragen und dauerhaft im täglichen Dienstbetrieb verankern. Für die kommenden Jahre sind weitere Formate geplant. Die Nutzung von DERLA soll historische Zusammenhänge im eigenen Wirkungsbereich sichtbar machen, Handlungsspielräume zur Reflexion stellen und das Bewusstsein für die eigene Verantwortung schärfen. Die Sensibilität für historische Stätten im jeweiligen Rayon soll gestärkt werden, damit Bedienstete diese insbesondere bei Einsätzen gezielt berücksichtigen können.
DERLA kartiert und dokumentiert Orte der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus sowie Orte des NS-Terrors. Dazu zählen Denkmäler und Stolpersteine ebenso wie historisch bedeutsame Orte ohne sichtbare Gedenkzeichen. Die Plattform bietet außerdem digitale Vermittlungsangebote und Biografien für Schulungen, Bildungseinrichtungen und die eigenständige Recherche.
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