Reichenau plant Veranstaltung zu Waldbrandrisiko und Prävention

Bei einer Informations- und Präventionsveranstaltung in Reichenau sollen im November Forschung und Praxis zum Waldbrandrisiko zusammenkommen.
Fünf Jahre nach dem Waldbrand am Mittagstein richtet die Marktgemeinde Reichenau an der Rax den Blick auf künftige Risiken. Bürgermeister Johann Döller informierte bei einem Arbeitsgespräch gemeinsam mit einer Abordnung Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner über eine für November geplante Informations- und Präventionsveranstaltung sowie weitere Zukunftsprojekte der Gemeinde. Ein Schwerpunkt soll das Forschungsprojekt „Austria Fire Futures“ sein.
Bei der Veranstaltung in Reichenau sollen Forschung und Praxis zusammenkommen. Im Mittelpunkt stehen die künftige Entwicklung des Waldbrandrisikos, Präventionsmöglichkeiten, Risikokommunikation und die Sensibilisierung von Einheimischen und Gästen. Der geschäftsführende Gemeinderat Johannes Ledolter sagte, die Gemeinde wolle gemeinsam mit der Feuerwehr und dem Tourismusverband Semmering-Rax-Schneeberg informieren und sensibilisieren. Wissenschaftliche Erkenntnisse böten laut Ledolter die Möglichkeit, den konkreten Erfahrungen aus Reichenau einen Blick in die Zukunft gegenüberzustellen.
An „Austria Fire Futures“ waren BOKU University, das International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) und das Bundesforschungszentrum für Wald beteiligt. Unter Einbindung dieser Einrichtungen wurden zukünftige Waldbrand-Hotspots untersucht. Dabei werden unter anderem Klimaszenarien, Vegetation und Brennstoffmengen, Topografie sowie menschliche Einflüsse berücksichtigt. Das Raxgebirge diente als Fallstudienregion, um auch die Auswirkungen von Freizeitaktivitäten auf das Waldbrandrisiko zu untersuchen.
Der Waldbrand am Mittagstein in Hirschwang an der Rax brach am 25. Oktober 2021 aus und breitete sich auf rund 115 Hektar aus. Steiles, schwer zugängliches Gelände erschwerte die Löscharbeiten. Der Brand erforderte einen groß angelegten Einsatz von Feuerwehren und weiteren Einsatzorganisationen sowie umfangreiche Unterstützung aus der Luft. Landeshauptfrau Mikl-Leitner erinnerte an tausende Helferinnen und Helfer, die damals unter schwierigsten Bedingungen im Einsatz waren.
Beim Arbeitsgespräch ging es auch um die Feuerwehrinfrastruktur in Reichenau. Für einen möglichen Neubau des Feuerwehrhauses liegt eine erste Projektstudie vor. Vor weiteren Schritten sind insbesondere Fragen der Finanzierung und Förderung sowie die grundstücksrechtlichen Rahmenbedingungen zu klären. Mikl-Leitner begrüßte die Überlegungen und sicherte der Gemeinde Unterstützung bei weiteren Planungs- und Abstimmungsschritten zu.
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