Vier Sensitiv-Zahnpasten bieten keinen ausreichend belegten Kariesschutz
Bild mit KI erstellt Zehn Produkte schnitten gut oder sehr gut ab, vier durchschnittlich und vier nicht zufriedenstellend. Drei Pasten wiesen vergleichsweise hohen Abrieb auf.
Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) untersuchte gemeinsam mit der deutschen Stiftung Warentest 18 Sensitiv-Zahnpasten, die zum Zeitpunkt der Untersuchung in Österreich erhältlich waren. Sensitiv-Zahnpasten sollen empfindliche Zähne schonen, Schmerzen lindern und vor Karies schützen. Zehn Produkte erhielten die Bewertung „gut“ oder „sehr gut“, vier „durchschnittlich“ und vier „nicht zufriedenstellend“. Die vier letztgenannten enthielten kein Fluorid.
14 der getesteten Pasten enthielten Fluorid in ausreichender Konzentration und schützten laut Testergebnis sehr gut vor Karies. Die vier fluoridfreien Produkte heißen „Ben&Anna Sensitive Zahnpasta“, „Biomed Sensitive“, „Bioniq Repair-Zahncreme sensitiv akut“ und „Sante Vitamin B12 Sensitive Care Zahngel“. Bei keinem davon ist ein anderer Wirkstoff enthalten, dessen Schutz vor Karies nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand ausreichend belegt ist. Das Sante-Gel enthält als einziges Produkt im Test auch keinen Wirkstoff gegen Schmerzempfindlichkeit, obwohl es als „Sensitive Care“ vermarktet wird.
Drei Sensitiv-Zahnpasten haben vergleichsweise hohen Abrieb
Putzkörper in Zahnpasta, oft aus Siliciumdioxid, lösen Beläge und Verfärbungen und tragen dabei etwas Zahnsubstanz ab. Dieser Abrieb steht meist nicht auf der Packung und wurde deshalb im Labor gemessen. Die Sensitiv-Zahnpasten von Dentalux, Meridol und Oral-B wiesen einen mittleren und damit vergleichsweise hohen Abrieb auf. Die übrigen Produkte erreichten einen niedrigen oder sehr niedrigen Wert. Trotz ihres sehr guten Kariesschutzes erhielten die drei genannten Pasten wegen des Abriebs die Bewertung „durchschnittlich“.
VKI-Projektleiter Christian Undeutsch erklärte, gesunden Zähnen schade ein höherer Abrieb nicht, weil der harte Zahnschmelz ihn aushalte. An freiliegenden Zahnhälsen fehle dieser Schutz. Dort setze eine stark scheuernde Paste dem weicheren Zahnzement zusätzlich zu.
Elf der 18 Produkte steckten zusätzlich in einer Faltschachtel, was laut VKI unnötigen Verpackungsmüll verursacht. Von den 14 geprüften Verpackungen trug nur jene von Dentalux klare Entsorgungshinweise. Die meisten Tuben lassen sich gut recyceln, jene von Lacalut hingegen nicht. Alle geprüften Tuben waren gegen unbemerktes Öffnen vor dem Kauf gesichert.
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