wiiw: Osteuropas EU-Staaten wachsen mehr als doppelt so stark wie die Eurozone
Bild mit KI erstellt Das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche erwartet für die östlichen EU-Mitglieder heuer 2,2 Prozent Wachstum. Auch Österreichs Exporte profitieren.
Die Volkswirtschaften in Mittel-, Ost- und Südosteuropa halten sich trotz des Energiepreisschocks infolge des Iran-Kriegs und der geopolitischen Spannungen gut. Zu diesem Schluss kommt das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) in seiner Herbstprognose für 23 Länder der Region. Die Lage unterscheidet sich aber stark von Land zu Land.
Für die östlichen EU-Mitglieder erwartet das Institut 2026 im Schnitt 2,2 Prozent Wachstum und 2027 dann 2,5 Prozent. Die Eurozone kommt laut wiiw nur auf 0,9 und 1 Prozent. Am stärksten legt Polen zu, mit 3,7 Prozent heuer und 3 Prozent im kommenden Jahr. Rumänien gerät dagegen wegen seines strengen Sparkurses mit minus 0,4 Prozent in eine leichte Rezession. Für Ungarn rechnet das Institut mit 1,7 und 2,6 Prozent, für die sechs Staaten am Westbalkan im Schnitt mit 3,2 und 3,3 Prozent.
Hauptautor Richard Grieveson, stellvertretender Direktor des wiiw, sieht jene Länder im Vorteil, die auf Technologie und höhere Produktivität setzen. Als Beispiele nennt er Polen und teilweise Tschechien.
Ukraine und Russland treten auf der Stelle
Für die Ukraine nimmt das wiiw seine Erwartung für heuer auf 0,6 Prozent zurück. Russische Luftangriffe auf Energieanlagen, Infrastruktur und Häfen treffen die Wirtschaft laut Ukraine-Expertin Olga Pindyuk immer härter. Für 2027 rechnet das Institut mit 2,1 Prozent, allerdings nur, wenn das Land weiterhin genug finanzielle und militärische Hilfe aus dem Ausland bekommt. Russland dürfte 2026 um 0,6 Prozent und 2027 um 1,3 Prozent wachsen.
Rückenwind für Österreich
Österreich kann über seine Exporte in die Region mit Impulsen rechnen. Der Beitrag dieser Ausfuhren zum heimischen BIP-Wachstum dürfte laut wiiw von rund 0,12 Prozentpunkten heuer bis 2028 auf 0,16 Prozentpunkte anwachsen.
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