Wildwechsel erhöht im Herbst die Unfallgefahr auf Tirols Straßen

2025 wurden in Tirol 1.400 Wildunfälle registriert, die größtenteils für die Wildtiere tödlich endeten. Rund 26.000 Warnsysteme sind im Einsatz.
Im Herbst steigt auf Tirols Straßen die Gefahr von Wildunfällen. 2025 wurden in Tirol insgesamt 1.400 Wildunfälle registriert. Die meisten endeten für die Wildtiere tödlich.
Wildtiere sind besonders in den Morgen- und Abendstunden aktiv. Im Herbst überschneiden sich ihre aktiven Zeiten häufig mit dem Straßenverkehr, etwa bei früher Dämmerung am Abend oder später Dämmerung am Morgen. Vor dem Winter suchen die Tiere vermehrt in tieferen Lagen nach Nahrung. Brunft- und Paarungszeiten bringen zusätzliche Bewegung. Die tief stehende Herbstsonne kann Autofahrer blenden und die Sicht auf Wildtiere am Straßenrand erschweren.
Warnsysteme sollen Wildtiere von der Fahrbahn fernhalten
Das Land Tirol setzt gemeinsam mit dem Tiroler Jägerverband Wildwarnreflektoren und Wildwarngeräte ein. Rund 26.000 Systeme sind an besonders gefährdeten Abschnitten der Tiroler Landesstraßen installiert. Reflektoren lenken das Scheinwerferlicht vorbeifahrender Fahrzeuge in Richtung angrenzender Wald- und Wiesenflächen. Die Lichtreize sollen Wildtiere davon abhalten, die Fahrbahn zu überqueren. Akustische Geräte geben bei herannahenden Fahrzeugen Warnsignale ab, um Tiere in Straßennähe auf den Verkehr aufmerksam zu machen.
LHStv Josef Geisler und Landesjägermeister Anton Larcher appellieren an Verkehrsteilnehmer, besonders entlang von Wäldern und Feldern die Geschwindigkeit anzupassen und vorausschauend zu fahren. Wer ein Tier am Straßenrand entdeckt, sollte sofort langsamer werden und mit weiteren Tieren rechnen. An bekannten Wildwechselstellen ist besondere Vorsicht geboten. Bei Wildwechsel soll das Fernlicht ausgeschaltet und nur das Abblendlicht verwendet werden, weil Tiere im hellen Fernlicht häufig stehen bleiben. Hupen kann helfen, sie auf den Verkehr aufmerksam zu machen.
Ist ein Zusammenstoß unvermeidlich, sollte stark gebremst und das Lenkrad gut festgehalten werden. Ausweichmanöver sind meist riskanter als ein Zusammenstoß mit dem Tier. Je höher die Geschwindigkeit, desto heftiger fällt der Aufprall aus. Bei richtiger Reaktion bleibt die Verletzungsgefahr für die Autoinsassen geringer.
Nach einem Wildunfall muss die Unfallstelle gesichert werden
Nach einem Unfall muss die Unfallstelle sofort abgesichert werden. Das Fahrzeug soll möglichst abseits der Fahrbahn abgestellt, die Warnblinkanlage eingeschaltet, eine Warnweste angezogen und ein Pannendreieck aufgestellt werden. Bei verletzten Personen sind Erste Hilfe zu leisten und die Rettung zu verständigen. Jeder Wildunfall muss der Polizei gemeldet werden, auch wenn ein verletztes Tier flüchtet. Wer den Unfall nicht meldet, macht sich strafbar. Wildtiere sollen nicht berührt werden, da sie verängstigt und verletzt unvorhersehbar reagieren können. Zur eigenen Sicherheit sollte Abstand zum Tier gehalten werden. Nach einem Unfall ist die Polizei sofort zu verständigen und die Unfallstelle für mögliche Versicherungsfragen bestmöglich zu fotografieren. Wildwechselschilder kennzeichnen Streckenabschnitte mit deutlich erhöhtem Unfallrisiko.
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