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Beleuchteter Betonbahntunnel mit Kabeln und seitlichen Wartungswegen

Die Ausrüstung der beiden Röhren läuft. Züge sollen ab Dezember 2029 die neue Strecke nutzen und 30 Minuten schneller in den Süden fahren.

Nach dem finalen Durchschlag und dem Abschluss aller Tunnelvortriebe Ende 2024 konzentrieren sich die Arbeiten seit Sommer 2025 auf die technische Ausrüstung der beiden Röhren. Im Abschnitt Gloggnitz wird noch an der Beton-Innenschale gearbeitet, außerdem an Schächten der Nothaltestelle im Fröschnitzgraben. Für die Ausrüstung sind mehr als drei Jahre vorgesehen. Von den bahntechnischen Einbauten ist bereits nahezu die Hälfte fertig, Gleisanlagen und Stromschiene ausgenommen.

Ab Dezember 2029 sollen Züge die neue Strecke nutzen. Für Fahrgäste soll sich die Fahrt von und in den Süden um 30 Minuten verkürzen. Der Tunnel ist für Geschwindigkeiten von bis zu 230 km/h ausgelegt. Gemeinsam mit der Koralmbahn soll er auf der Südstrecke Wien–Villach einen Flachbahncharakter schaffen. Dadurch sollen schwere Güterzüge nicht mehr mit zwei Lokomotiven gezogen werden müssen.

ARGE übernimmt technische Anlagen und Gleisarbeiten

Den Auftrag für die technische Tunnelausrüstung erhielt die ARGE Rhomberg Sersa Rail Group und PORR. Sie übernimmt Telekommunikation, Hochspannungsanlagen, Verteiler, Beleuchtung und Fluchtwegkennzeichnungen sowie Anlagen für Klimatisierung, Belüftung und Löschwasser. Zum Auftrag gehören außerdem 55 Kilometer Feste Fahrbahn als Grundlage für die Gleise. An den beiden Portalen im Westen und Osten sind Erd-, Beton- und Deckenarbeiten sowie Weichen und Schotteroberbau vorgesehen.

Siemens Österreich liefert Leit- und Fernwirktechnik sowie Automatisierungs- und Schutztechnik. Zum System gehören 69 Leittechnik-Steuerschränke des Typs SICAM A8000. Sie automatisieren 56 Querschläge und integrieren rund 25.000 Hardwaresignale. Eine 24-kV-blueGIS-Schaltanlage übernimmt die Mittelspannungs-Stromverteilung. Laut ÖBB ist sie die erste F-Gas-freie Schaltanlage in einem österreichischen Tunnel. Leittechnik, Schutzrelais und Leitrechner sollen die technischen Systeme überwachen und Störungen frühzeitig erkennen.

ARGE arbeitet mit 19 steirischen Zulieferern zusammen

Auf steirischer Seite arbeitet die ARGE mit 19 lokalen Unternehmen zusammen, etwa für Baustoffe, Fahrzeugzubehör, Transport- und Mietgeräte, Stahlbau, Beton, Kfz- und Sicherungstechnik sowie Lebensmittel. Derzeit sind 120 gewerbliche Beschäftigte und Angestellte dauerhaft in der Nähe des Portals Mürzzuschlag untergebracht. Sie nutzen dort auch in der Nebensaison Gasthöfe, Restaurants und Freizeitangebote. Ab Mitte 2027 verlagern sich die Arbeiten zunehmend zum Portal Gloggnitz auf der niederösterreichischen Seite, wo dann Vorbereitungsarbeiten starten. In Spitzenzeiten sollen rund 400 Mitarbeitende auf beiden Seiten des Semmerings beschäftigt sein.

Die ÖBB beziffern die Investitionen in den Semmering-Basistunnel auf rund 4,2 Milliarden Euro. In der Bauphase sind im Schnitt 1.200 Menschen direkt am Tunnel beschäftigt. Eine von den ÖBB angeführte gesamtwirtschaftliche Bewertung veranschlagt rund 11.000 nachhaltige Arbeitsplätze in der Betriebsphase. Der Tunnel soll zudem Arbeitsplätze vor Ort schaffen und den Gemeinden Einnahmen aus der Kommunalsteuer bringen.

Für die Rahmenplanperiode von 2027 bis 2032 kündigen die ÖBB Investitionen von rund 19,5 Milliarden Euro an. In Österreich sollen dadurch allein in der Bauphase rund 200.000 Jahresarbeitsplätze geschaffen oder gesichert werden. Nach Angaben des ÖBB-Geschäftsbereichsleiters Franz Hammerschmid gehen mehr als zwei Drittel der Aufträge an kleine und mittlere Unternehmen.

Für die Tunnelausrüstung sind 1.000 Kilometer Kabel und mehr als 3.200 Lampen vorgesehen. Geplant sind auch 55 Kilometer beleuchteter Handlauf, 13.500 Beschilderungstafeln sowie 10.600 Gleistragplatten mit einer Länge von jeweils fünf Metern.

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