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Investitionen in Europas Autoindustrie sinken um 20 Prozent

Gehen bis 2030 in Europa und China jeweils weitere drei Prozentpunkte Marktanteil verloren, wären rund drei Milliarden Euro Wertschöpfung gefährdet.

Der Rückgang der Investitionen in Europas Autoindustrie beträgt laut ACREDIA 20 Prozent. Zugleich nimmt der Wettbewerbsdruck durch chinesische Hersteller zu. Die Analyse sieht Chancen bei Software und autonomer Mobilität.

Sollten Europa und China bis 2030 jeweils weitere drei Prozentpunkte Marktanteil verlieren, wären rund drei Milliarden Euro Wertschöpfung gefährdet. Ein Rückgang um jeweils 0,5 Prozentpunkte würde die jährliche Wertschöpfung laut ACREDIA um rund 480 Millionen Euro verringern. Meierschitz fordert klare Investitionsentscheidungen und mehr Fokus auf Technologien, die Europas Autoindustrie langfristig stärken.

Chinesische Marken gewinnen in Europa an Boden

Mitte 2026 erreichten chinesische Hersteller annähernd zehn Prozent der Neuzulassungen in Europa. Erstmals verkauften chinesische Marken dort mehr als eine Million Fahrzeuge. Ihr Anteil bei batterieelektrischen Fahrzeugen lag bei 16 Prozent, bei Plug-in-Hybriden bei 26 Prozent. Die EU-Zölle haben den Vormarsch laut Analyse bislang kaum gebremst. Chinesische Anbieter setzen stärker auf Hybride und Plug-in-Hybride und bauen ihre Vertriebs- und Servicenetze in Europa aus.

Im preisgünstigsten Segment der Limousinen und Kleinwagen unter 50.000 Euro bieten europäische Modelle derzeit ein um drei bis fünf Prozent besseres Preis-Reichweiten-Verhältnis als chinesische Elektroautos auf dem europäischen Markt. Meierschitz sagt, europäische Hersteller könnten diese Stärke nutzen, um Marktanteile und Wachstum zu gewinnen.

Der weltweite Markt für Fahrzeugsoftware dürfte von rund 340 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 520 Milliarden US-Dollar bis 2035 wachsen. Eine Modellrechnung beziffert mögliche wiederkehrende Umsätze eines Herstellers im zehnten Jahr auf rund drei Milliarden Euro, wenn er zehn Jahre lang jährlich eine Million Fahrzeuge verkauft und digitale Dienste für monatlich 50 Euro anbietet. Dafür müsste deren Nutzung von 33 auf 50 Prozent steigen. Der Betrag entspräche rund acht Prozent des durchschnittlichen Jahresumsatzes großer europäischer Hersteller im Jahr 2025.

Batterien und autonome Lkw bieten weitere Chancen

Bei Batterien spricht sich die Analyse für einen strategischen statt rein protektionistischen Ansatz aus. Vorgaben für „Made in Europe“ könnten die Kosten eines Batteriepakets beziehungsweise den Preis eines Elektroautos um rund 2.000 Euro oder etwa fünf Prozent des im Vorjahr verzeichneten Durchschnittspreises erhöhen. Selbst bei einem realistischen Ausbau bis 2035 dürfte die europäische Zellproduktion nur rund die Hälfte der heimischen Nachfrage decken. ACREDIA und Allianz Trade setzen daher auf strategische Partnerschaften und gezielte Investitionen, etwa in Festkörperbatterien sowie Chip-, KI- und Softwarelösungen.

Der Markt für autonome Lkw könnte bis 2035 auf rund 559 Milliarden US-Dollar wachsen und damit größer sein als der Robotaxi-Markt mit rund 415 Milliarden US-Dollar. Potenzial sieht die Analyse für europäische Hersteller besonders bei autonomem Güterverkehr, Logistik und öffentlichem Nahverkehr. Sie empfiehlt weniger parallele Plattformen, mehr Zusammenarbeit bei Forschung und Entwicklung sowie gezielte Partnerschaften bei Batterien und Halbleitern. Meierschitz spricht sich dafür aus, jene Bereiche auszuwählen, in denen Europas industrielle Kompetenz mit neuen Technologien verbunden werden kann.

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