Tiergarten Schönbrunn nutzt Fernwärme statt alter Gaskessel
Bild mit KI erstellt Wien Energie hat den Tiergarten Schönbrunn ans Fernwärmenetz angeschlossen. Die bisherige Gaskessel-Anlage wurde demontiert.
Im Tiergarten Schönbrunn kommt die Wärme ab sofort aus dem Fernwärmenetz von Wien Energie. Über das Netz werden das Wüstenhaus vor den Toren des Tiergartens, die Gastronomiebetriebe, die Anlagen für die Tiere und das Gebäude der Verwaltung mit Wärme beliefert.
Für die Wärme auf dem 17 Hektar großen Gelände sorgte zuvor eine Gaskessel-Anlage. Diese wurde bei der Umstellung auf Fernwärme abgebaut. Mit ihrer Leistung von zehn Megawatt übertraf sie alle anderen damals noch betriebenen Gaskessel-Anlagen bei Kunden von Wien Energie.
Fernwärmeleitung eröffnet weitere Anschlussmöglichkeiten
Der Wechsel zur Fernwärme findet bei Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck Zustimmung. Damit stehe beständig Wärme aus der Region zur Verfügung. Für viele Zoobewohner müsse im Winter die Wärmezufuhr zuverlässig funktionieren. Weil sich die Preise auf mittlere Sicht genauer abschätzen ließen, könne der Tiergarten seine Planung auf eine verlässlichere Grundlage stellen.
Rund 60 Gebäude an der Maxingstraße und in deren Umgebung können durch die neue Leitung später ebenfalls einen Fernwärmeanschluss erhalten, so Marcel Höckner, der Stellvertreter der Bezirksvorsteherin. Das geduldige und verständnisvolle Verhalten der Bevölkerung Hietzings bei den umfangreichen Arbeiten würdigte Bezirksvorsteherin Johanna Zinkl mit einem Dank.
Wien Energie baut Geothermie und Wärmepumpen aus
Mehr als 480.000 Wohnungen erhalten heute in Wien über Fernwärme Energie zum Heizen und zur Warmwasserbereitung. Auf Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen mit Gas als Brennstoff entfällt derzeit noch rund die Hälfte der erzeugten Fernwärme. Das Wiener Fernwärmenetz wächst seit den 1960er-Jahren. Geothermie, Großwärmepumpen und Abwärme sollen bei Wien Energie nach und nach fossile Energieträger ablösen.
In der Seestadt Aspern arbeiten Wien Energie und die OMV derzeit am Bau der ersten Anlage. Erneuerbare Wärme aus der Region soll diese Anlage ab 2029 an rund 25.000 durchschnittliche Haushalte liefern. Bis 2040 könnten bis zu sieben Anlagen Wärme für umgerechnet 200.000 Wiener Haushalte bereitstellen. Die Großwärmepumpen bei Spittelau, Simmering und der Kläranlage ebswien können zusammen Wärme für rund 100.000 Wiener Haushalte liefern. Wien Energie investiert in den kommenden Jahren etwa eine Milliarde Euro in den Ausbau und die Dekarbonisierung der Fernwärme sowie 1,7 Milliarden Euro in Sonnen-, Wind- und Wasserkraft.
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