Österreich-Paket sichert Konzernsitz in Wien und Forschung in Linz

Bei dem Austausch standen fünf Vereinbarungen im Mittelpunkt, darunter ein angestrebtes Doppel-Listing und langfristige Lieferverträge für OMV-Raffinerien.
Das Borouge Innovation Center in Abu Dhabi war am 1. November 2026 Ziel eines Besuchs von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer. Der Termin markierte den ersten umfassenden Dialog des Ministers mit den Verantwortlichen von Borouge International seit dem Zusammenschluss. Es war auch Hattmannsdorfers erster Besuch bei Borouge International in den Vereinigten Arabischen Emiraten seit der Fusion.
Bei einer Zusammenkunft dieser Art hatte Emma Delaney zuvor noch nicht mitgewirkt. Zum Gesprächskreis gehörten auch Rainer Seele, Hassan Karam, Martijn van Koten und Hazeem Al Suwaidi. Mit dem Abschluss der Transaktion am 31. März 2026 rückte die Integration von NOVA Chemicals, Borouge und Borealis in den Mittelpunkt. Die Unternehmen sollen zügig zusammenwachsen. Der Zusammenschluss soll betriebswirtschaftliche Synergien hervorbringen. Zugleich sollen Forschung, Wertschöpfung und wichtige Unternehmensfunktionen in Österreich auf lange Sicht Bestand haben. Für die jährlichen EBITDA-Synergien ist ein Wert vorgesehen, der weit über 500 Millionen US-Dollar liegt. Innerhalb von drei Jahren soll der erwartete Synergieanteil 75 Prozent erreichen.
Fünf Vereinbarungen betreffen Standorte, Kapitalmarkt und Lieferketten
Das Österreich-Paket umfasst fünf Vereinbarungen. Die Konzernverwaltung und wichtige Aufgaben der Konzernleitung verbleiben in Österreich. Wien bleibt Konzernsitz. Die Vereinbarung verankert wichtige Forschungs- und Innovationsaktivitäten in Linz. Damit soll Österreich auch künftig als maßgeblicher Ort für Entwicklung gelten. Eine Notierung an zwei Börsen wird angestrebt. Davon soll der österreichische Finanzplatz profitieren.
Vereinbarungen über Lieferungen an OMV-Raffinerien mit langer Laufzeit sollen die bestehenden Wertschöpfungsketten der Industrie aufrechterhalten. Die Aufsichtsratsmandate werden zu gleichen Teilen auf beide Eigentümerseiten verteilt, sodass beide gleichberechtigt mitwirken können.
Borouge International setzt sich aus NOVA Chemicals aus Nordamerika, Borealis aus Österreich und Borouge aus Abu Dhabi zusammen. Weltweit gehört der Konzern zur Spitzengruppe der Chemieunternehmen. Bei Polyolefinen ist er der viertgrößte Produzent. Der ursprünglich kommunizierte Unternehmenswert des Zusammenschlusses lag bei rund 60 Milliarden US-Dollar. OMV und XRG halten jeweils 50 Prozent. XRG ist die internationale Investmentgesellschaft des staatlichen Energiekonzerns ADNOC aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.
ÖBAG soll Standortinteressen stärker berücksichtigen
Die im April 2026 vorgestellte Eigentümerstrategie richtete die ÖBAG stärker auf Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Innovation in Österreich aus. Staatsbeteiligungen sollen neben Erträgen auch österreichische Standortinteressen sichern. Die ÖBAG hält 31,5 Prozent an OMV und begleitet die Umsetzung des Österreich-Pakets über ihre Eigentümerrechte.
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