Experten fordern spezialisierte Gerichte und Fußfesseln gegen Femizide
Bild mit KI erstellt Experten fordern spezialisierte Gerichte und elektronische Fußfesseln gegen Femizide in Österreich. Nach zwei weiteren Fällen in der Steiermark und Niederösterreich sehen sie Spanien als Vorbild für besseren Schutz.
Experten in Österreich drängen auf spezialisierte Gerichte und den Einsatz elektronischer Fußfesseln, um Femizide wirksamer zu verhindern. Anlass sind die jüngsten Fälle einer 59-jährigen Frau aus der Oststeiermark und einer 27-jährigen Niederösterreicherin. Die beiden Fälle werden in diesem Jahr als zwölfter und dreizehnter Frauenmord in Österreich gezählt.
In Österreich ist etwa jede dritte Frau im Laufe ihres Erwachsenenlebens von Gewalt betroffen. Experten sehen darin kein Einzelfallproblem, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung.
Als Vorbild gilt Spanien: Dort wurde das Sexualstrafrecht mit dem Grundsatz „Nur Ja heißt Ja“ verschärft. Gewalt gegen Frauen wird gesondert strafrechtlich erfasst, zudem gibt es spezialisierte Gerichte. Das Land zählt inzwischen zu jenen mit besonders niedrigen Femizid-Raten.
Natascha Bergler von der Frauenberatung Freiraum in Leibnitz fordert vergleichbare klare Strukturen auch hierzulande. Aus ihrer Sicht braucht es klare Zuständigkeiten und besseren Schutz für Betroffene und deren Familien. Auch Manfred Kummer von der Männerberatungsstelle spricht sich dafür aus, die spanischen Erfahrungen für Österreich zu prüfen.
In Österreich wird der Einsatz elektronischer Fußfesseln bei Betretungs- und Annäherungsverboten bereits diskutiert. In Spanien kommt zusätzlich ein KI-gestütztes System zur Einschätzung von Gefährdungslagen zum Einsatz.
Weiterhin brauche es mehr Möglichkeiten für betroffene Frauen, gewalttätige Beziehungen zu verlassen, betont Bergler. Finanzielle Unabhängigkeit und Zivilcourage in der Umgebung der Opfer seien entscheidend. Rund zwei Drittel der Betroffenen wenden sich an nahestehende Personen.
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