AK sieht höheres Pensionsantrittsalter als Kürzung für viele
Bild mit KI erstellt Die Arbeiterkammer weist eine generelle Anhebung des Pensionsantrittsalters zurück und verweist auf Hürden für ältere Beschäftigte am Arbeitsmarkt.
Die Arbeiterkammer (AK) weist Forderungen nach einer generellen Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters zurück. Für viele Beschäftigte würde ein höheres Antrittsalter eine Pensionskürzung bedeuten, erklärt Ines Stilling, Bereichsleiterin Soziales der AK.
Österreich habe zahlreiche Reformen umgesetzt, das Pensionssystem harmonisiert und das tatsächliche Pensionsantrittsalter deutlich erhöht, hält die AK fest. Stilling zufolge arbeiten die Menschen heute bereits deutlich länger als noch vor wenigen Jahrzehnten. Die AK bekennt sich zu einem starken und verlässlichen Pensionssystem für heutige und kommende Generationen.
AK sieht Hürden für ältere Beschäftigte am Arbeitsmarkt
Die Herausforderung liege nicht beim Pensionssystem, sondern am Arbeitsmarkt, so die AK. Viele ältere Beschäftigte seien bereit, länger zu arbeiten, stießen aber bei Beschäftigung, Weiterbildung und Wiedereinstieg auf Hürden.
In körperlich belastenden Berufen wie Bau, Pflege und Reinigung schafften es schon jetzt viele nicht gesund bis zur Pension. Eine weitere Anhebung des Antrittsalters wäre in diesen Branchen fahrlässig, meint die AK.
Stilling verweist auf Risiken des schwedischen Pensionsmodells
Höheres Pensionsalter und kapitalgedeckte Zusatzvorsorge hätten noch nirgends zu einer besseren Absicherung im Alter geführt, sagt Stilling. In Schweden hätten die staatlichen Pufferfonds während der Finanzkrise 2008 und erneut 2022 deutliche Verluste verzeichnet. Auch die individuellen Pensionskonten hätten erheblich an Wert verloren.
Betrugsfälle wie jener rund um das schwedische Finanzunternehmen Allra hätten das Vertrauen in das System erschüttert und zu einer drastischen Reduktion der zugelassenen Fondsanbieter geführt. Automatische Anpassungen hätten wiederholt Pensionskürzungen ohne politischen Beschluss ausgelöst. Um die Folgen für Pensionist:innen abzufedern, hätten letztlich die Steuerzahler:innen einspringen müssen. Wer ein längeres Erwerbsleben fordere, müsse auch für altersgerechte Arbeitsplätze und faire Beschäftigungschancen sorgen. Das geschehe derzeit nicht, sagt Stilling. Statt über einen späteren Pensionsantritt zu diskutieren, sollte sachlich darüber gesprochen werden, wie Unternehmen mit älteren Mitarbeiter:innen umgehen.
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