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Firmen- und Privatinsolvenzen nehmen in Österreich zuBild mit KI erstellt

Die Gesamtzahl der Firmeninsolvenzen stieg trotz weniger eröffneter Verfahren. Auch Privatinsolvenzen nahmen zu, mit einem Höchstwert im Juli.

In den ersten drei Quartalen 2026 stieg die Gesamtzahl der Firmeninsolvenzen in Österreich um 2,26 Prozent auf 5.389. Gleichzeitig wurden mit 2.921 Verfahren um 7,65 Prozent weniger Firmeninsolvenzen eröffnet als im Vergleichszeitraum.

Die Zahl der Abweisungsbeschlüsse mangels kostendeckenden Vermögens nahm um 17,13 Prozent auf 2.468 zu. In diesen Fällen stellten die Insolvenzgerichte fest, dass den betroffenen Unternehmen kein kostendeckendes Vermögen von 4.000 Euro zur Einleitung eines formellen Insolvenzverfahrens zur Verfügung stand. Die Zahl der eröffneten Verfahren sank von 1.046 im ersten Quartal über 960 im zweiten auf 915 im dritten Quartal. 55,91 Prozent der eröffneten Verfahren gingen auf Anträge von Gläubigern zurück.

Firmenverfahren enden häufiger mit einem Totalausfall

Die Gesamtpassiva der eröffneten Unternehmensinsolvenzen betrugen 6,88 Milliarden Euro und lagen damit um 22,57 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der AKV weist darauf hin, dass bei Immobilieninsolvenzen meist nur ein Bruchteil der Forderungen anerkannt wird und seine Statistik vorwiegend auf angemeldeten Forderungen beruht.

Bei Insolvenzeröffnung waren 12.015 Dienstnehmer beschäftigt, um 7,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die meisten arbeiteten in Produktionsbetrieben, gefolgt von Handel und Gastronomie. In den ersten neun Monaten wurden 2.885 Firmeninsolvenzverfahren aufgehoben. In 918 Fällen, also 31,82 Prozent, endete das Verfahren mit einem Totalausfall für die Gläubiger. Im Vorjahreszeitraum waren es 698 Fälle beziehungsweise 27,36 Prozent. In 626 Verfahren wurden Sanierungspläne abgeschlossen, das entsprach 21,70 Prozent. Im Vorjahreszeitraum lag dieser Anteil bei 26,42 Prozent. 162 Einzelunternehmer schlossen nach der Unternehmensschließung Zahlungspläne ab. In 1.080 Verfahren kam es zu einer Verteilungsquote, 21 endeten mit einem Abschöpfungsverfahren und 78 mit einer sonstigen Beendigungsform.

Privatinsolvenzen erreichen im Juli ihren Jahreshöchstwert

Die Zahl der eröffneten Privatinsolvenzen stieg um 9,80 Prozent auf 7.329. Einschließlich 645 Abweisungen mangels kostendeckenden Vermögens betrug die Gesamtzahl 7.974, ein Plus von 9,05 Prozent. Die eröffneten Verfahren nahmen im Jahresverlauf von 2.242 im ersten Quartal über 2.476 im zweiten auf 2.611 im dritten Quartal zu.

In den Kalenderwochen 28 bis 30 wurden 1.074 Privatinsolvenzverfahren eröffnet. Der Höchstwert entfiel mit 390 Verfahren auf Kalenderwoche 29. Den Anstieg der Privatinsolvenzen führt der AKV wesentlich darauf zurück, dass am 17. Juli 2026 ein dreijähriges Abschöpfungsverfahren für Verbraucher auslief und danach nur noch ein fünfjähriges Verfahren zur Verfügung stand. Die außergewöhnlich hohen Eröffnungszahlen dieser Wochen gehen laut AKV ausschließlich auf die geänderte Rechtslage zurück und nicht auf eine plötzliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage.

Die Gesamtverbindlichkeiten der eröffneten Privatinsolvenzen beliefen sich auf 1,31 Milliarden Euro. Die durchschnittliche Verschuldung betrug 179.000 Euro, verglichen mit 148.800 Euro im Vorjahreszeitraum. Bei Männern lag der Durchschnitt bei 226.900 Euro, bei Frauen bei 100.900 Euro. Die meisten Verfahren entfielen mit 3.509 Fällen auf die Altersgruppe der 40- bis 59-Jährigen. Bei den über 60-Jährigen war die durchschnittliche Verschuldung mit 240.300 Euro am höchsten.

Von den in den ersten neun Monaten aufgehobenen 6.147 Privatkonkursen endeten 4.069 mit einem Zahlungsplan und 1.973 mit einem Abschöpfungsverfahren. Für das Gesamtjahr rechnet der AKV mit rund 4.000 eröffneten Firmeninsolvenzen und fast 7.300 Gesamtinsolvenzen einschließlich der Abweisungsbeschlüsse. Bei den eröffneten Privatinsolvenzen erwartet der Verband rund 9.500 Verfahren.

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