Österreich will UN-KI-Zentrum in Wien ansiedeln
KI-Bild Staatssekretär Alexander Pröll brachte Österreichs Vorschlag für ein UN-KI-Zentrum in Wien bei einem internationalen Expertentreffen ein.
Österreich möchte in Wien ein internationales Zentrum der Vereinten Nationen für die Zusammenarbeit bei Künstlicher Intelligenz einrichten. Die Einrichtung ist noch nicht beschlossen. Bei einer digitalen Zusammenkunft von Fachleuten präsentierte Staatssekretär Alexander Pröll am Mittwoch, 28. Oktober 2026, den Vorschlag von Bundeskanzler Christian Stocker, die wichtigsten KI-Modelle zu kontrollieren. Finnland und Norwegen hatten das Treffen initiiert. Bei der TEDAI Vienna in der Hofburg wurde die Initiative einem Fachpublikum vorgestellt.
Am Abend desselben Tages trafen Stocker und Pröll am Rande der TEDAI Vienna den Physik-Nobelpreisträger Geoffrey Hinton und Peter Steinberger, den Schöpfer von OpenClaw und Entwickler bei OpenAI. Bei dem Austausch ging es unter anderem um Wiens Bewerbung als Standort des geplanten Zentrums.
Ein UN-Zentrum könnte KI-Modelle prüfen und vor Gefahren warnen
Österreich plant, gemeinsam mit anderen Staaten und den UN-Organen die Details des Zentrums weiterzuentwickeln. Für 2027 ist beim UN-Weltdialog zur KI-Steuerung ein Konzept zu Aufgaben beziehungsweise Mandat, Struktur und Finanzierung vorgesehen. Bislang hat die Regierung keine Angaben zum geplanten Umfang des Zentrums und zu seiner Finanzierung gemacht. Mögliche Arbeitsschwerpunkte wären Maßnahmen zur Stärkung des Vertrauens unter den Staaten, die Prüfung von KI-Modellen sowie die Erarbeitung von Standards. Das Zentrum könnte zudem warnen, wenn von KI-Anwendungen Gefahren in kritischem Ausmaß ausgehen.
Der Aufruf, den Finnland und Norwegen im September bei den Vereinten Nationen vorlegten, sieht eine Einrichtung auf internationaler Ebene vor. Sie soll gemeinsame Regeln entwickeln, KI-Modelle kontrollieren und vor gefährlichen Entwicklungen warnen. Die USA und China stehen nicht auf der Unterstützerliste dieses Aufrufs.
Wien zählt zu den vier UN-Amtssitzen auf der Welt. Innerhalb der Europäischen Union gibt es keinen weiteren. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) und die Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO) haben ebenfalls dort ihren Sitz. In Genf ist die UN-Fernmeldeunion ITU angesiedelt. Im Juli kam dort der erste UN-Weltdialog zur KI-Governance zusammen. Für Juni 2027 ist ein weltweites Spitzentreffen zur KI vorgesehen, das die Schweiz veranstalten will.
Österreich wird ab Jänner 2027 für zwei Jahre nichtständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats. Während der Mitgliedschaft hat die Regulierung von KI-Waffensystemen Priorität. Damit nicht Maschinen bestimmen, wer lebt und wer stirbt, verlangt Außenministerin Beate Meinl-Reisinger international bindende Vorgaben für KI-Waffen und unterstützt das Vorhaben. Als Begründung für die Initiative führt Österreich neben Chancen für Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung auch Herausforderungen für Grundrechte, Demokratie und Sicherheit an.
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