Mehr Nachrichten.jetzt bei Google sehen
Zwei Frauen betrachten die Namenstafel am Herma-Nothelfer-Hof in Wien.

Die Wohnhausanlage in der Margaretenstraße 31 heißt nun Herma-Nothelfer-Hof. Herma Nothelfer war im Widerstand aktiv und prägte die Bezirkspolitik.

Ab sofort heißt die Wohnhausanlage der Stadt in der Margaretenstraße 31 auf der Wieden Herma-Nothelfer-Hof. Mit der Benennung ehrt die Stadt Wien Herma Nothelfer, die als Sozialdemokratin und Widerstandskämpferin über Jahrzehnte die politische Entwicklung auf der Wieden mitprägte.

An der Ecke Margaretenstraße/Waaggasse steht ein sechsstöckiges Haus mit 18 Wohnungen. Die Pläne dafür stammten von Architekt Gustav Hoppe, die Bauarbeiten fanden zwischen 1970 und 1972 statt. Auch die Bezeichnung „Zum Frauenbilderl“ wird für das Haus verwendet. Sie verweist auf ein Zeichen, das einst am Haus angebracht war.

Im September 2026 kamen die Arbeiten am Gebäude zum Abschluss. Dabei wurden Fassade und Geschoßdecken gedämmt. Auch Fenster, Dach sowie Haustechnik wurden modernisiert. Die Heizlast sank dadurch um 76 Prozent. Fachleute arbeiteten das bestehende Fassadenmosaik fachgerecht auf und setzten es anschließend wieder in die Fassade ein.

Nothelfer engagierte sich im Widerstand und prägte die Bezirkspolitik

Wien war der Geburtsort Herma Nothelfers, die am 24. Mai 1911 zur Welt kam. Schon in jungen Jahren widmete sie sich der Arbeiter-Jugend und versah bei der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei den Bibliotheksdienst. Die Februarkämpfe 1934 waren vorüber, als sie ihre Stelle einbüßte. Im Untergrund widmete sie sich weiterhin der Politik. Die Sozialistische Arbeiterhilfe trug Spenden für die Verwandten von Menschen zusammen, die politisch verfolgt wurden. Nothelfer stand der Organisation zur Seite und gehörte während der NS-Herrschaft zum antifaschistischen Widerstand.

Nach dem Krieg trug Nothelfer dazu bei, die SPÖ-Wieden neu aufzubauen. Bis 1973 gehörte sie der Bezirksvertretung an. 1966 wurde sie bei der Wahl zur ersten Bezirksvorsteher-Stellvertreterin der Wieden bestimmt. Zwischen 1969 und 1973 gab es unter Wiens Bezirksvorstehern sowie deren Stellvertretern keine andere Frau. In Wien endete ihr Leben am 17. Juni 1997.

Fehler entdeckt? So gehen wir mit Fehlern um

Lass Deine Reaktion da

Kommentare

Die Reihenfolge berücksichtigt Likes, Dislikes, Antworten und Aktualität.

In der App mitdiskutieren

Öffne diesen Beitrag in der Nachrichten.jetzt-App und schreib Deine Meinung dazu.

Die App ist kostenlos für iPhone und Android verfügbar.

Beitrag in der App öffnen

Am Laptop zeigt Dir der Button einen QR-Code für den passenden App-Store.