Wiener Gemeinderat beschließt Sachkredit für Jugendcollege Wien
Bild mit KI erstellt Der Beschluss fiel mehrstimmig. In der Debatte gingen die Einschätzungen zu Nutzen, Kosten und Kürzungen auseinander.
Der Wiener Gemeinderat hat die Sachkreditgenehmigung für das Jugendcollege Wien mehrstimmig beschlossen.
NEOS-Gemeinderätin Arabel Bernecker-Thiel bezeichnete das Projekt als wichtig und erfolgreich. Das schulähnliche Angebot helfe Jugendlichen, die sich am Arbeitsmarkt nicht etablieren könnten, sagte sie. Mehr als 11.000 Jugendliche hätten am Jugendcollege teilgenommen. 75 Prozent hätten die Ausbildung abgeschlossen oder seien direkt in eine Anstellung gewechselt. Mehr als 50 Prozent der Teilnehmenden seien erfolgreich an den Arbeitsmarkt vermittelt worden.
Löcker kritisiert Kürzungen, FPÖ Projektkosten
Der Grünen-Gemeinderat Theodor Felix Löcker nannte Kürzungen beim Jugendcollege in Höhe von zwei Millionen Euro schmerzlich. Jugendarbeitslosigkeit habe hohes Frustrationspotenzial und führe zu Perspektivlosigkeit, sagte er. Er werde der Sachkreditgenehmigung zustimmen, auch wenn er die Kürzungen falsch finde.
FPÖ-Gemeinderat Lukas Brucker, MA, sah hohe Kosten und tatsächlichen Nutzen in keinem vernünftigen Verhältnis. Er kritisierte die Datenlage und sagte, Fragen zur Dauer vermittelter Arbeitsverhältnisse seien unbeantwortet geblieben. Auch die Studie habe Mängel gezeigt, unter anderem würden Sprachkenntnisse nicht objektiv überprüft. Das AMS, das das College mitfinanziert, habe das Projekt vor einem Jahr ebenfalls kritisiert. Brucker berichtete zudem von Meldungen über gewalttätige Übergriffe auf Lehrpersonen, die ihn erreicht hätten. Er kritisierte die Beantwortung von Oppositionsanfragen durch das Büro des Stadtrats und forderte einen Förderstopp.
SPÖ-Gemeinderätin Stefanie Vasold bezeichnete Bruckers Redebeitrag als „hahnebüchen“. Sie beschrieb das College als kostenloses Bildungsangebot für Jugendliche mit Fluchthintergrund, das in Kooperation mit dem AMS ins Leben gerufen worden sei. Es solle die Jugendlichen in den Arbeitsmarkt integrieren, dem Fachkräftemangel entgegenwirken und Integration fördern. Absolventinnen und Absolventen würden sich für weitere Ausbildungen, Praktika oder Jobeinstiege qualifizieren. Vasold sagte, die Investitionen senkten nachweislich die Kosten bei der Mindestsicherung, weil der Großteil der Absolventinnen und Absolventen Anstellungen finde.
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